Diskurs

Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft.

Bildungsmaterial für die Konfi-Arbeit zur 63. Aktion von Brot für die Welt
Konfi-Heft vor buntem Hintergrund
Konfi-Material zur Aktion "Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft"

Das Thema Schöpfung ist meist ein fester Bestandteil in der Arbeit mit Konfis. Doch – so konstatierten Theolog:innen schon vor Jahrzehnten – ist es heute kaum mehr möglich über Schöpfung zu reden, ohne sich den Herausforderungen im Zuge der Klimakrise in der Einen Welt zu stellen. Jugendlichen ist dieses Thema gegenwertiger denn je. Das neue Konfi-Material von Brot für die Welt bietet nun Anstöße, Methoden und Impulse, wie Klima und Zukunft in die Auseinandersetzung mit Schöpfung in der Konfi-Arbeit integriert werden können. Dabei knüpfen die Bausteine an den Aufruf zur 63. Aktion in der Weihnachtszeit an: Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft.

Vom Staunen über die Schöpfung zum Eintreten für weltweite Gerechtigkeit

Die Inhalte und Methoden des Materials lassen sich entweder an einem Konfi-Tag, in einer analogen oder digitalen Konfi-Stunde oder in zwei aufeinander aufbauenden Konfi-Stunden mit der Gruppe gestalten. Den Einstieg bildet dabei eine Annäherung an die außermenschliche Natur, ein facettenreiches Kunstwerk Gottes, was in vielfacher Weise miteinander in Beziehung steht. Mit persönlichen Bildern, Fotos oder Gegenständen reihen sich die Jugendlichen in das dankbare Staunen über Gottes Schöpfung ein, wie es schon in zahlreichen Psalmen zum Ausdruck kommt. Dabei wird deutlich: „Der Mensch lebt nicht in einem leeren Raum und er lebt auch nicht allein aus sich heraus“. Menschen brauchen die außermenschliche Natur. Darum haben sie in der Schöpfung die besondere Verantwortung, dieses göttliche Kunstwerk zu schützen und zu bewahren. Der Klimawandel bedroht heute längst nicht mehr nur die Umwelt, sondern auch die Menschheit selbst, deren Lebensgrundlage. Manche Menschen sind davon stärker als andere betroffen. Insbesondere in Ländern des Globalen Südens hat der Klimawandel heute bereits verheerende Auswirkungen. So bedeutet Verantwortung in der Schöpfung immer auch ein Engagement für weltweite Gerechtigkeit.

Methoden und Bausteine für die Konfi-Arbeit

Nach dem Einstieg zur Schöpfung durch das Wahrnehmen und Staunen über Naturschönheiten und dem Gestalten einer Collage, tauschen sich die Konfis über Veränderungen in der Natur aus. Vielleicht haben sie bereits selbst welche beobachtet oder sie führen Interviews mit älteren Menschen, die davon Zeugnis geben. Hat sich das Klima für sie zum Positiven oder zum Negativen verändert? In einem Positionierungsspiel können die Jugendlichen dann zu verschiedenen Aspekten des Klimawandels Stellung beziehen. Wissen sie schon viel darüber? Wird das Thema ausreichend oder gar zu viel besprochen? Und fühlen sie sich in der Lage, etwas zur Klimagerechtigkeit beizutragen?

In einem nächsten Schritt wendet sich die Gruppe der Situation weltweit zu. Mit dem Weltverteilungsspiel greift das Materialheft einen Klassiker des Globalen Lernens auf und ergänzt ihn mit ganz neuen Daten und Einblicken. So steht neben der weltweiten Bevölkerungs- und Vermögensverteilung nun auch das Ausmaß an Umweltkatastrophen und Abholzung auf den verschiedenen Kontinenten im Zentrum. Schnell wird klar: während Menschen in Europa und Nordamerika vor allem übermäßig viel CO² ausstoßen, werden die negativen Folgen des Klimawandels eher auf anderen Kontinenten deutlich. Und doch können alle etwas tun, um diese Entwicklung zu stoppen. Mit der Weltkarte zur Klimagerechtigkeit basierend auf der App ActionBound lernen die Konfis die Lebenswelten verschiedener Menschen in anderen Teilen der Welt kennen. Mit einem mobilen Endgerät pro Kleigruppe reisen sie virtuell nach Bangladesch, Äthiopien oder Equador, werden mit den dortigen Auswirkungen des Klimawandels vertraut und treffen auf Menschen, welche diese nicht einfach so hinnehmen, sondern ihnen mit viel Kreativität und Engagement begegnen.

Zuletzt werden die Konfis eingeladen, sich diesem Engagement anzuschließen und selbst aktiv zu werden. Das geht beispielsweise mit einem großen ökologischen Handabdruck. Denn während der ökologische Fußabdruck den individuellen CO²-Ausstoß reflektiert und nur zu einem gewissen Maße reduziert werden kann, verfolgen Aktionen zum ökologischen Handabdruck das Ziel, Strukturen so zu verändern, dass gleich mehreren Menschen ein kleinerer Fußabdruck ermöglicht wird. Inspirationen hierfür finden Konfis im Tool auf der Webseite zum ökologischen Handabdruck sowie durch engagierte Mitglieder von Brot für die Welt Jugend, welche in einem weiteren Bound auf der Weltkarte Klimagerechtigkeit ihr Engagement und Handlungsoptionen vorstellen. Im Erstellen eines eigenen ActionBounds kann die Gruppe noch mehr Menschen auf das Thema aufmerksam machen. Den Abschluss der Konfi-Einheit bildet eine Variante des Spiels „Ich packe meinen Koffer“. Hier ist die Expertise der Jugendlichen gefragt. Sie können nun den Leitenden Tipps mitgeben, was sie tatsächlich für mehr Klimagerechtigkeit tun können. Persönliche Anmerkung: Als ich diese Frage in Konfi-Gruppen gestellt habe, kamen die Hinweise meist wie aus der Kanone geschossen und jedes Mal bin ich ein bisschen klüger aus der Begegnung mit den Konfis rausgekommen.

Integration in die Gemeinde

Neben den vielfältigen Methoden und Praxisimpulsen bietet das Konfi-Material verschiedene Anknüpfungspunkte, um die Arbeit mit den Konfis in das Gemeindeleben zu integrieren. So kann im Austausch über Klimaveränderungen eine ältere Person aus der Gemeinde in die Konfi-Stunde eingeladen und dort von den Jugendlichen befragt werden. Auch ist es möglich, den von Konfis gestalteten ActionBound zu Nachhaltigkeit in der Gemeinde in den Kirchräumen aufzuhängen. Besucher:innen können sich dann begleitet durch die Hinweise und Quiz der Konfis die Räume neu erschließen und werden zu einem nachhaltigeren Handeln eingeladen. Die in den Bausteinen entstandenen Collagen können in den Gemeinderäumen oder der Kirche ausgestellt werden. Letztlich bietet die letzte Seite des Hefts noch zahlreiche Optionen, das Thema mit den Konfis in einen Gottesdienst, die Ansprache der Gemeinde und vor allem in Gebete zu integrieren.

Ausblick

Konfis pflanzen einen Baum

Die Bausteine und Methoden des Konfi-Materials „Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft.“ eignen sich sowohl für analoge Treffen als auch – solange die pandemische Lage noch angespannt ist – für Begegnungen im digitalen Raum. Wer in den Frühlings- und Herbstmonaten die Einheiten durch eine praktische Aktion an der frischen Luft ergänzen will, findet über die Kampagne „WANAPANDA – Konfis pflanzen Bäume“ Unterstützung, Hintergrundinformationen und pädagogische Einheiten. In einem vorigen Blogbeitrag habe ich zu einem Konfi-Tag mit Baumpflanzaktion im Rahmen der Kampagne berichtet.

Weitere Beiträge zum Globalen Lernen mit digitalen Medien in der Konfi-Arbeit finden sich im Blog der Projektstelle „Konfis und die Eine Welt“. Bei Rückfragen und Anmerkungen wenden Sie sich gerne an Miriam Meir. Kontaktdaten finden Sie im Profil in der rechten Spalte.

Falls die eine oder der andere noch weitere spannende Bausteine zu Schöpfung und Klimagerechtigkeit kennt oder auf der Suche ist, fasst das unten eingebettete Padlet eine Vielzahl an Einheiten zusammen und lädt immer zu Ergänzungen ein. Besten Dank und eine gesegnete Weihnachtszeit!

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Mit Padlet erstellt

Miriam Meir

Projektstelle "Konfis und die Eine Welt "
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Konfis Global

In diesem Blog berichte ich zu Globalem Lernen in der Konfi-Arbeit und gebe Anregungen zur Nutzung digitaler Medien.

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