Diskurs

BRIEFE Heft 158, 1|2026

Themenseiten: Transformation einer Region

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist nicht zu glauben. Im jährlichen Weltglücksbericht, der immer Mitte März von einem interdisziplinären Forscherteam der Oxford-University vorgelegt wird, ist zu lesen, dass die Deutschen deutlich zufriedener und glücklicher sind als noch vor einem Jahr, sie sind vom Platz 22 auf Platz 17 gehüpft. Haben Sie davon etwas bemerkt? Um mich herum wird gesorgt und befürchtet, abgelehnt und ausgegrenzt, (an)geklagt und umgedeutet. Tatsächlich sind Nachrichten von irrsinnigen Kriegen, vom Abbau der Sozialsysteme und von ungehemmten Krisengewinnern kaum auszuhalten. Doch es gibt eben auch das Schöne und Gute: den Frühling, die Freunde und Nachbarn, die Aktion Stadtwohnzimmer (siehe BRIEFE 4/2025), die ungezählten Menschen, die sich für Andere, für die Schöpfung, für Kunst und Kultur usw. stark machen und Vieles erreichen. Einige solcher Angebote finden Sie in dieser Ausgabe versammelt; Veranstaltungen und Lesefutter, Aktionen und Aufrufe. Möglichkeiten, sich zu begegnen und zu beteiligen, um nicht in der digitalen Vereinzelung angststarr zu werden.

Auf den Themenseiten berichten wir von einem Besuch des ehemaligen Kohlereviers Bitterfeld. Eine bunte Reisegruppe hatte sich überwiegend zu Fuß auf den Weg gemacht, um Spuren des Kohlebergbaus und die Veränderungen „nach der Kohle“ bei Land und Leuten zu entdecken. Eventzeichnerin Christine Gebreyes hat Vieles zeichnerisch festgehalten. Damit die Zeichnungen auch wirken können, haben wir die gelben Seiten ausnahmsweise bunt drucken lassen. Viel Freude beim Betrachten. Und falls Ihr Interesse an solch einem Format damit geweckt ist: im September gibt es eine neue „Wanderwerkstatt“, diesmal in die Region Freyburg/ Naumburg.

Ich wünsche Ihnen gute Begegnungen in dieser unguten Zeit.

Ihre Siegrun Höhne

Geistliches Wort

Oh Du, atmendes Leben in allem, Ursprung des schimmernden Klanges.
Du scheinst in uns und um uns,
selbst die Dunkelheit leuchtet, wenn wir uns erinnern.

Hilf uns, einen heiligen Atemzug zu atmen, bei dem wir nur Dich fühlen – und Dein Klang

in uns erklinge und reinige uns.

Lass deinen Rat unser Leben regieren und unsere Absicht klären
für die gemeinsame Schöpfung.

Möge der brennende Wunsch Deines Herzens Himmel und Erde vereinen
durch unsere Harmonie.

Gewähre uns täglich, was wir an Brot und Einsicht brauchen:
das Notwendige für den Ruf des wachsenden Lebens.

Löse die Stränge der Fehler (Irrtümer), die uns binden,
wie wir loslassen, was uns bindet an die Schuld anderer.

Lass oberflächliche Dinge uns nicht irreführen,
sondern befreie uns von dem, was uns zurückhält.

Aus Dir kommt der allwirksame Wille, die lebendige Kraft zu handeln,
das Lied, das alles verschönert und sich von Zeitalter zu Zeitalter erneuert.

Wahrhaftige Lebenskraft diesen Aussagen!

Mögen sie der Boden sein, aus dem alle meine Handlungen erwachsen.
Besiegelt im Vertrauen und Glauben.

Amen.

(Übersetzung aus dem Aramäischen von Robert Betz)


Aus den Kirchen

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland vergibt 2026 zum zweiten Mal ihren Umweltpreis. Mit 3.000 Euro Preisgeld zeichnet die EKM ein Projekt aus, das sich in den Bereichen Umweltschutz, Klimaschutz oder biologische Vielfalt einsetzt – ganz konkret, vor Ort.

Ob Wildbienengarten, Solaranlage oder andere kreative Ideen – viele Kirchengemeinden, Kitas oder Bildungseinrichtungen zeigen schon heute großes Engagement. Aber: Vieles davon bleibt noch zu oft im Verborgenen. Der Umweltpreis soll genau das ändern – gute Beispiele sichtbar machen, andere inspirieren und zum Mitmachen motivieren.

Eingereicht werden können Projekte, die kürzlich abgeschlossen wurden oder sich aktuell in der Umsetzung befinden.

Der Bewerbungszeitraum läuft vom 1. März bis zum 31. Mai 2026.

Der Umweltpreis wird am 12. September beim Schöpfungsfest der EKM auf der Schlosswiese in der Lutherstadt Wittenberg überreicht.

Machen Sie Ihr Engagement für die Bewahrung der Schöpfung sichtbarer!

Weitere Informationen und Kontakt:

Elisabeth Rotte
Referentin für Umweltarbeit

Tel: 0391 629 601 395
E-Mail:

Eine zentrale Aufgabe des Christentums ist die Bewahrung der Schöpfung. Kirchen tragen Verantwortung für den Schutz der Natur und haben viele Gelegenheiten dazu: Sie können Nistmöglichkeiten an ihren Gebäuden schaffen, ihre Grünflächen naturnah gestalten und Lebensraum für Wildtiere schützen. Viele Kirchengemeinden haben sich bei diesem Thema schon vielfältig engagiert. Viele weitere konkrete Hilfestellungen finden sich in der Broschüre „Kirche und Biodiversität – Verantwortung für die Schöpfung“.

Zum Download und Bestellmöglichkeiten zum Verteilen der Broschüre in den Kirchengemeinden der EKD zum Selbstkostenpreis:

https://naturschutz-initiative.de/wissen/publikationen/kirche-und-biodiversitaet-verantwortung-fuer-die-schoepfung

Eine Publikation der Naturschutzinitiative e.V.

Webinare 

Sanieren und heizen in nicht-sakralen Gebäuden – Klimaschutz rund um den Kirchturm

Mittwoch, 6. Mai 2026, online von 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr.

Wie können Gemeindezentren, Pfarrhäuser, Kitas & Co. regenerativ beheizt und klimafreundlich saniert werden? Der Themenabend zeigt praxistaugliche Lösungen anhand von Erfahrungsberichten.

Verantwortliche aus Kirchengemeinden, Bistümern und Landeskirchen stellen gelungene Projekte und die Ausgangslage vor Ort vor. Sie beleuchten ihre Beweggründe für die neue Heizungstechnik oder Sanierungsmaßnahme und berichten über messbare Erfolge.

Referent*innen aus verschiedenen Gemeinden sowie Fachstellen in Bistümern und Landeskirchen

Weitere Informationen und Anmeldung:

https://klima-kirchturm.de/beheizen-und-sanieren-nicht-sakraler-gebaeude/

Regenerative Energie mit regionaler Beteiligung – Klimaschutz rund um den Kirchturm

Dienstag, 2. Juni 2026, online von 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr.

Wie können Kirchengemeinden einen Beitrag für die Energiewende leisten, über die eigene PV-Anlage und den Bezug von Ökostrom hinaus? Erneuerbare Energien brauchen Platz an neuen Orten, auf Gebäuden, aber auch auf Freiflächen. Sie erfordern Planungsprozesse mit viel Transparenz, Dialog und Beteiligung für und mit Bürgerinnen und Bürgern.

Hier kann die Kirche zum neutralen Ort des Diskurses werden. Ziel ist der Ausbau Erneuerbarer Energien im Einklang mit Bürgerbelangen. Alternativ ist aber auch eine finanzielle Beteiligung an PV- oder Windprojekten für Kirchengemeinden möglich.

Referent*innen:

n.n., Kirchengemeinde mit Erfahrung in entsprechenden Projekten

Mirco Sieg, Fachexperte Finanzielle Beteiligung und Bürgerenergie, NRW.Energy4Climate

Weitere Informationen und Anmeldung:

https://klima-kirchturm.de/regenerative-energie-mit-regionaler-beteiligung/


Veranstaltungstipp

Heiko Reinhold, Leiter der Projektstelle politische und ökologische Bildung an der Volkshochschule Mittelsachsen, lädt monatlich zu einem Vortrag zu verschiedenen Themen, die konkrete Handlungsmöglichkeiten für Maßnahmen zum Klimaschutz vor Ort aufzeigen.

Die Reihe startete am 24.2. mit dem Thema „Klima und Eigenanbau“ (es ging um Permakultur). Es folgte das Webinar „Klima und Kultur: Für mehr Klimaschutz – und was wir dafür tun können“ am 18.3.2026.

Weitere Termine:

22.4.: „Klima und Beteiligung: Wie können wir vor Ort wirksam werden?“

7.5.: „Klima und Psychologie: Warum Wissen allein nicht reicht“

3.6.: „Klima und Finanzen: Grün investieren – aber wie?“

Alle Vorträge werden online zur Verfügung gestellt. Auch ältere Vorträge sind noch abrufbar. 

Info und Anmeldung unter:

www.vhs-mittelsachsen.de/projektstelle-politische-und-oekologische-bildung

Weitere Informationen:

Heiko Reinhold

Projektleiter politische und ökologische Bildung

Tel:  03431 6073850

E-Mail:


Information

von Siegrun Höhne

Die Vereinten Nationen haben 2026 zum „International Year of the Woman Farmer“ (Internationales Jahr der Bäuerin) ausgerufen, um die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft weltweit sichtbar zu machen, ihre Rechte zu stärken und Gleichstellung in ländlichen Räumen zu fördern.

Fast 40 % der landwirtschaftlichen Arbeit weltweit wird von Frauen geleistet. Sie tragen entscheidend zur Bekämpfung von Hunger bei und sind gleichzeitig oft besonders betroffen von Armut. 

In Deutschland werden etwa 11 % der landwirtschaftlichen Betriebe von Frauen geleitet, viele Frauen arbeiten als Mitunternehmerinnen ohne rechtliche Beteiligung („mitarbeitende Ehefrau“), ihre Leistungen werden häufig unterschätzt.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hat einen Aufruf gestartet, dem 22 Organisationen und Verbände gefolgt sind. Laut Verbändeallianz und BMLEH umfasst der Aufruf folgende zentrale Punkte:

  • Aufbrechen traditioneller Rollenbilder: Aufgabenverteilung und Hofnachfolge sollen geschlechtsunabhängig vorgenommen werden; Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder soll erhöht werden.
  • Stärkung politischer Interessenvertretung: Frauen sollen in Entscheidungsgremien, Anhörungen und Konsultationen systematisch einbezogen werden.
  • Zugang zu Kapital und Finanzierung erleichtern: Finanzielle Barrieren für Frauen abbauen und gezielte Förderangebote stärken.
  • Flexibilität in Förderlogik: Unterstützung von Betriebsübernahme oder -gründung unter Berücksichtigung verschiedener Lebenswege.
  • Beratungs- und Coachingangebote ausbauen: Kompetenzen sichtbar machen, Karrierewege eröffnen, Mentorings und Programme für Quereinsteigerinnen anbieten.
  • Transparente Registrierung von Fördermöglichkeiten: Zentrale Plattform für alle Förderprogramme, um Informationen einfacher abrufbar zu machen.
  • Netzwerke, Sichtbarkeit und Öffentlichkeitsarbeit stärken: Digitale Plattformen, Role-Models, Auszeichnungen und regionale Initiativen fördern.
  • Soziale Absicherung und Altersvorsorge verbessern: Eigenständigkeit finanziell stärken und Altersarmut von Frauen in der Landwirtschaft adressieren.

Das BMLEH ruft alle Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft dazu auf, mit eigenen Aktionen, Veranstaltungen und Projekten aktiv zur Stärkung von Frauen in der Landwirtschaft beizutragen. Ziel ist, Dialog, Offenheit und Veränderungsbereitschaft zu fördern und gemeinsam Wege der Gleichstellung zu schaffen.


Appell

Presseinfo von Fairtrade Deutschland vom 18. März 2026

Gemeinsam mit zahlreichen Partnern startet Fairtrade Deutschland den Appell „Landwirtschaft braucht Fairness“ – gerichtet an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Im Zuge der 2026 anstehenden Reform der EU-Richtlinie zu unfairen Handelspraktiken (Unfair Trading Practices, UTP) will das Bündnis eine klare gesetzliche Verpflichtung zu fairen und kostendeckenden Preisen entlang der gesamten Lieferkette verankern. Die Zahlung von Preisen unterhalb der Produktionskosten soll verboten werden.

Faire Preise als Voraussetzung für zukunftsfähige Landwirtschaft

Die bestehende EU-Richtlinie (EU 2019/633) verbietet bereits bestimmte unfaire Handelspraktiken. Doch eine zentrale Lücke bleibt: Der Einkauf landwirtschaftlicher Produkte unterhalb der Produktionskosten ist bislang nicht untersagt. Genau hier setzt das Bündnis an.

„Faire Preise sind eine Voraussetzung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft – hierzulande wie weltweit“, erklärt Claudia Brück, Vorständin Politik und Kommunikation bei Fairtrade Deutschland. „Das bedeutet, dass sie die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken, existenzsichernde Einkommen und Löhne ermöglichen und zusätzliche Investitionen zulassen. Das sichert Vielfalt und Resilienz in der Landwirtschaft und verringert das Risiko für Lieferengpässe und unsichere Lieferketten“, so Brück.

Unfaire Preise gefährden Existenzen 

Ob Getreide- und Milchbauern in Deutschland oder Kakao- und Kaffeeproduzenten in Ländern wie Ghana oder Brasilien – viele von ihnen können kaum von ihrer Arbeit leben. Oft fehlt das Geld für notwendige Investitionen, um nachhaltiger, produktiver und damit zukunftsfähig zu wirtschaften. Viele Landwirtinnen und Landwirte können Menschen, die auf ihren Höfen arbeiten, keine existenzsichernden Löhne zahlen. Arbeit in der Landwirtschaft ist für viele nicht mehr attraktiv: Innerhalb einer Generation hat sich allein in Deutschland die Zahl der Höfe halbiert. Ein globaler Trend, der sich ohne strukturelle Veränderungen fortzusetzen droht – mit gravierenden Folgen für Versorgungssicherheit, ländliche Räume und globale Lieferketten.

Sicherheitsnetz für die Landwirtschaft – unabhängig von Größe und Standort

Faire Preise und rechtlich abgesicherte Handelspraktiken müssen für alle landwirtschaftlichen Betriebe gelten – unabhängig von Betriebsgröße oder Herkunftsland. Fairtrade Deutschland fordert, dass die Zahlung unfairer, nicht kostendeckender Preise ausdrücklich als unfaire Handelspraktik in die Richtlinie für unfaire Handelspraktiken (UTP) aufgenommen wird. Preise müssen so gestaltet sein, dass sie die Kosten einer sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Produktion decken und existenzsichernde Einkommen sowie Investitionen ermöglichen.

Breites Bündnis für faire Marktregeln

Der Appell wird von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis aus Fairtrade-Mitgliedsorganisationen sowie Partnerorganisationen aus Landwirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit getragen. Zu den unterzeichnenden Organisationen gehören unter anderem Oxfam Deutschland e.V., Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V. und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. Weitere Akteure des Fairtrade Netzwerks wie die FairActivists, Fairtrade-Schools, Fairtrade-Universities und Fairtrade-Towns verbreiten den Appell.

Faire Woche als Endspurt zur Stimmen-Sammlung

Der Appell wird im Zuge der Fairen Woche, der größten Aktionswoche des fairen Handels, zwischen dem 11. und 25. September übergeben. Unterstützerinnen und Unterstützer können online unterzeichnen sowie über klassische Unterschriftenlisten aktiv werden.

Weiterführende Informationen:
www.fairtrade.net/de

Online-Petition: www.openpetition.de/petition/online/landwirtschaft-braucht-fairness


Veranstaltungstipp

Quelle: wiegehtnatur.de

Kann ein einzelner Mensch die Natur schützen und uns ihre Schönheit wieder vor Augen führen?  Kann ein einzelner Mensch die Welt verändern, in der wir leben? Im Mittelpunkt des 60-minütigen Dokumentarfilms „Wie geht Natur?“ stehen genau diese Fragen. Beantwortet werden sie anhand der Lebens- und Schaffensgeschichte des Brandenburger Biologen Prof. Dr. Michael Succow, dem genau das gelang.  Als ausgezeichneter Vogelkundler fällt er schon in seiner Kindheit in der DDR auf. Als nicht angepasster Naturrechtler und Moor-Experte wächst er in der Wendezeit in die Rolle seines Lebens.

In einem echten Politik-Krimi entwickelt er zusammen mit wenigen Eingeschworenen in einer geschichtsträchtigen Zeit das größte Naturschutzprogramm, dass Deutschland jemals gesehen hat. Ob Sächsische Schweiz, Südost-Rügen, Spreewald und namhafte mehr – die großen Nationalparke und UNESCO-Biosphärenreservate im Osten Deutschlands, sie alle kommen aus dieser Zeit.

1990 wird eine Sternstunde des deutschen Naturschutzes. Fünf Nationalparks, sechs Biosphärenreservate und drei Naturparks entstehen auf 4,5 Prozent der Landesfläche der DDR. In den letzten 35 Jahren sind viele weitere auf dieser Grundlage in Deutschland dazu gekommen. Eine deutsch-deutsche Naturschutz-Revolution.

„Das Nationalparkprogramm in der Wendezeit war etwas Einmaliges: nur ganz kurzfristig gab es eine große Aufgeschlossenheit, das Umweltthema war maßgeblich für die friedliche Revolution, und so wurde eigentlich Unmögliches möglich. Der Film zeichnet das sehr schön nach, besonders durch die spannenden Zeitzeugenberichte. Und „Wie geht Natur“ zeigt das für unsere Gegenwart so drängende Thema Umgang mit unserer Agrarlandschaft…wichtig, dass die Mut machenden Beispiele gezeigt werden!“

Michael Succow

Nach der Wende nutzt Michael Succow diese Erfolge als Vorlage, um von Kirgistan über Kamtschatka bis Äthiopien noch viel mehr Natur unter Schutz zu stellen, wofür er 1997 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wird.

Unzählige Menschen wurden von Michael Succow für den Naturschutz begeistert und inspiriert. „Wie geht Natur?“ besucht einige von ihnen und stellt Visionäre vor, die sich für gesunde Böden, neue Urwälder und alte Moore in Deutschland einsetzen. Denn Geschichten vom gelingenden Naturschutz werden von vielen Menschen geschrieben.

Wir leben in Zeiten komplexer Herausforderungen und globaler Krisen. Es ist wichtig, nicht zu verzweifeln, nicht aufzugeben. „Wie geht Natur?“ macht Mut, sich für seine Ideale und die Natur einzusetzen.

Ein Film der Carsten Krüger Filmproduktions GmbH / Hier Medien GmbH im Auftrag der HaDeZett gGmbH von Jakob Friedrich und Jason Krüger, Executive Producer Kathrin Succow, Regie, Kamera, Ton und Schnitt Jakob Friedrich, Autoren Jason Krüger, David Bredel, Fachberatung Kathrin Succow, Filmproduktion Jakob Friedrich, Jason Krüger, Tonmischung Sebastian Reuter, Color Grading Jakob Friedrich, Sprecher Christoph Letkowski, Musik mobygratis, Gefördert von: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Umweltstiftung Michael Otto, Dieter Mennekes Umweltstiftung, Michael Succow Stiftung, Maria Opitz-Döllinger Stiftung

Termine der Tour auf: https://wiegehtnatur.de/

Termin: 16. Juni 2026 im Garten des Café Klatschmohn, Kirchplatz 9, Wittenberg (bei Regen im Bugenhagensaal nebenan), 18 bis 20 Uhr.

Albrecht Franke stellt sein Buch über Christa Johannsen vor, einer Schriftstellerin in der DDR, Mitglied der CDU und des Schriftstellerverbandes, deren tragikomischen Lebenslauf zwischen Verbergen und Anpassen, zwischen Aufmucken und unkonventionellem Lebensstil er nachverfolgt hat und in die Welt stellt.

Albrecht Franke, geboren 1950, lebt als freier Autor und Literaturkritiker in Stendal. Hier lehrte er bis 2013 Deutsch und Philosophie am Gymnasium. Nebenher schrieb er als Autor seit 1974 Erzählungen und Essays.

Lutz Rathenow geb. 1952 in Jena, studierte Geschichte/Deutsch bis zur Exmatrikulation kurz vor dem Abschluss, erfand und leitete zuvor den Jenaer „Arbeitskreis Literatur und Lyrik“ bis zu dessen Verbot 1975. Zog nach der ersten Verhaftung 1977 nach Ostberlin, wurde Schriftsteller. Galt als Netzwerker zwischen DDR-Opposition, literarischen Szenen und West-Journalisten. Lesungen vorwiegend in kirchlichen Räumen, auch in Sachsen-Anhalt und Wittenberg. Seine Prosa „Trotzig lächeln und das Weltall streicheln. Mein Leben in Geschichten“ (2022) erzählt von dieser Zeit, auch der als Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Er liest aus diesem Buch, aber auch den neuen Gedichten „Früher ist morgen. Einhundertelf Gedichte“ (2025) und dem ganz neuen ganz alten Buch, mit dem der Dichter Rathenow 1982 entdeckt wurde und was nun wieder aufgelegt wurde: „Zangengeburt – Gedichte aus einem anderen Jahrtausend“.

Leseproben:

Auszug aus »Ende der Welt« (Ein Rückblick), Albrecht Franke

Das Land stürzt ins Meer, die Zeit rutscht hinterher und scheint nach dem Sturz in unendlichem Blau zu stehen. Zweihundert Kilometer südwestlich von hier war das Epizentrum des Erdbebens, das am Allerheiligentag 1755 Lissabon zerstörte. 

Die Bilder vermischen sich. Vor der Weite, hinter den weißen Felsen, wird alles Gegenwart, die fórmas invisíveis, die unsichtbaren Formen, die Fernando Pessoa als Traum beschwört, treten hervor: Das Haus Bahnhofstraße 11 in Seehausen (Börde), in dem ich geboren wurde, ist bunt herausgeputzt und bewohnt, der Bahnhof nebenan abgerissen, Ziegelei und Sauerkohlfabrik sind ebenfalls verschwunden. Da is nix mähr, antwortet eine ältere Frau. Ich hatte sie angesprochen und erwähnt, dass ich diese Gebäude noch aus meiner Kindheit kennen würde. 

Aus „Zangengeburt – Gedichte aus einem anderen Jahrtausend“, Lutz Rathenow

Aufsteigen

Schillernde Früchte über den Bäumen 

Ich pflücke Luft kaue Wind

Kein Gras in das ich beißen werde 

Den letzten holen die Vögel

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Beauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur Sachsen-Anhalt, Johannes Beleites.


Lesetipp

von Alexander Deeg (Herausgeber), Martin Fischer (Herausgeber), Ilse Junkermann (Herausgeberin), Sebastian Kranich (Herausgeber), Niklas Wagner (Herausgeber)

Die Forschungsstelle Kirchliche Praxis in der DDR am Institut Praktische Theologie der Universität Leipzig organisierte im November 2022 eine Tagung in Neudietendorf unter dem Titel „Unruhestifter in Staat und Kirche?“, die den Blick auf die oppositionellen Gruppen in der DDR lenkte. Mitveranstalter waren die Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte Erfurt, die Evangelische Akademie Thüringen und das Katholische Forum im Land Thüringen.

Der Tagungsband zu dieser Veranstaltung ist nun erschienen und gedruckt sowie als pdf im Open Access verfügbar.

wbg Academic in der Verlag Herder GmbH
1. Auflage 2026
324 Seiten
ISBN: 978-3-534-64321-9
Bestellnummer: P3643210
Gebundene Ausgabe: 55 Euro
Open Access (pdf): 0 Euro

Rezension

von Michael Schicketanz

Das Buch wurde 1946 geschrieben und ist jetzt in Deutschland erschienen. Vor vielen Jahren hatte ich „Schöne neue Welt“ von Huxley gelesen. So erwartete ich ein geschichtlich interessantes Werk mit ein paar eingetroffenen Prophezeiungen. Und es gibt erstaunlich viele aktuelle Bezüge:

„In der Vergangenheit verdankten sich persönliche und politische Freiheiten zu einem erheblichen Maß der staatlichen Ineffizienz.“ S. 11

„… kann das menschliche Wohl Schaden nehmen, wenn gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Veränderungen zu schnell und zu häufig erfolgen,“ S. 28

„Nicht umsonst sprechen moderne Diktatoren, ob der Linken oder der Rechten, unentwegt von der goldenen Zukunft und rechtfertigen die schlimmsten Gräueltaten im Hier und Jetzt damit, es handle sich um Mittel zu einem ruhmreichen Zweck.“ S. 40

„Auch in anderer Hinsicht sind Kriegsvorbereitungen für die Inhaber zentralisierter politischer Macht nützlich. Wenn zu Hause die Probleme zunehmen und der öffentliche Protest unangenehm laut wird, ist es in einer Welt, in der Kriege noch eine fast heilige Angelegenheit sind, immer möglich, die Aufmerksamkeit der Menschen weg von den heimischen und hin zu den ausländischen und militärischen Angelegenheiten zu lenken.“ S. 59

Ein Lösungsweg ist für ihn gewaltfreier Widerstand à la Gandhi. Ausführlich begründet er seine Abneigung von großen Strukturen. Im Kapitalismus werden sie von Einzelnen ausgenutzt und im Staatssozialismus fehlt ihm das Korrektiv. In diesem Sinn ist folgende Aussage wohl nicht fertig durchdacht: „Das aufgeklärte Eigeninteresse würde sich zweifelsohne für eine Weltregierung, internationale Kontrollen und eine Sammlung von Informationen aussprechen.“ S. 72 

Aber nur an wenigen Stellen wird deutlich, dass seine Einschätzung sich heute befremdlich liest. 

Meistens bin ich überrascht, wie deutlich er Entwicklungen voraussieht: „Doch was wären die Auswirkungen auf den Welthandel und die internationale Politik, sollten diese Länder [Indien, China] eine Massenfertigung aufbauen und genug exportieren, um die Agrargüter zu kaufen, die ihre rasch wachsende Bevölkerung benötigt? … die rasche Industrialisierung Asiens (…) birgt ein gefährliches Potential.“ S. 81+82

„… das Positionsgerangel im Nahen Osten, wo alle verbleibenden Großmächte Ansprüche auf persisches, mesopotamisches und arabisches Öl anmelden, lässt für die Zukunft nichts Gutes erwarten.“ S. 85

Die Aussagen über Solar- und Atomenergie mögen heute ziemlich unstrittig sein. 1946 waren das noch sehr theoretische Überlegungen! „Die Techniker der Solarenergie stehen vor einer einfachen Wahl: Sie können entweder auf die vollständigere Versklavung der industriell weniger entwickelten Völker der Tropen hinarbeiten oder sich für ihre Befreiung vom doppelten Fluch der Armut und Knechtschaft engagieren.“ S. 86f

„… Atomenergie heute und auf absehbare Zukunft als Energiequelle der Industrie politisch und menschlich in keiner Weise wünschenswert ist.“ S. 89

Das Buch endet mit einem Gelöbnis für Wissenschaftler und Techniker: „Ich gelobe, dass ich mein Wissen zum Wohle der Menschheit und gegen die zerstörerischen Kräfte der Welt sowie die skrupellosen Absichten von Menschen einsetzen werde, und dass ich mit meinen Wissenschaftskollegen gleichwelcher Nation, Religion oder Hautfarbe zusammenarbeiten werde, um diese unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen.“ S. 90

Im Aufruf an Wissenschaftler aus dem Forschungsheim heißt es 1989: „Insbesondere will ich praktische Solidarität mit denjenigen Kollegen üben, die durch ihre Gewissensentscheidung im Sinne dieser Selbstverpflichtung Nachteilen ausgesetzt sind.“

80 Jahre später wird deutlich, dass unsere Probleme weder neu noch unlösbar sind. Und das auf weniger als 100 Seiten. Die Lektüre sollte auch zeitlich möglich sein.

Carl Hanser Verlag München
November 2025
96 Seiten
Gebundenes Buch, 14 Euro
ISBN: 344628723X

Themenseiten – Transformation einer Region

Nach der Kohle. Abbrüche, Umbrüche, Aufbrüche.

von Siegrun Höhne

Im September 2025 wanderte eine Gruppe von Menschen aus Ost und West, aus Berlin und Leipzig und aus der Region Dessau, Wittenberg, Bitterfeld durch das ehemalige Bitterfelder Revier. Drei Tage lang folgten sie den Spuren des Kohleabbaus und dem, was daraus geworden ist. Vor allem trafen sie Menschen, die in der Region leben und sich für ihre Heimat stark machen.

© WelterbeRegion Dessau-Bitterfeld-Wittenberg

Christine Gebreyes, Event-Zeichnerin aus Berlin, wanderte mit und zeichnete dabei. Entstanden ist eine außergewöhnliche Dokumentation der Veranstaltung, aber auch der sichtbaren und erlebbaren Transformation des Bitterfelder Reviers nach 1990. 

Wesentliche Projekte wie die Baggerstadt Ferropolis, der Bitterfelder Bogen oder die Landschaftskunst auf der Halbinsel Pouch wurden dadurch ermöglicht, dass Anfang der 1990er Jahre im Bauhaus Dessau solche Projekte erdacht worden waren, aber zu diesem Zeitpunkt als kaum realisierbar eingeschätzt. 

Mit der Idee, die Region Dessau-Bitterfeld-Wittenberg als Ganze zum Exponat der Weltausstellung Expo 2000 (als Korrespondenzregion zum Expo-Ort Hannover) auszuweisen, wurden dann solche kreativen und außergewöhnlichen Projekte möglich. Hierzu gehören auch die Hundertwasserschule in Wittenberg oder der Neubau des Umweltbundesamtes in Dessau. 

Die Wander-Veranstaltung fand im Rahmen des Projektes „Landwandel. Bewegung und Begegnung in ländlichen Räumen“ des Dachverbandes der Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD) statt. Im September 2026 laden die Evangelische Akademien Sachsen-Anhalt und Thüringen zu einer weiteren Landwandel-Veranstaltung ein. Diesmal wird es nach Freyburg/ Unstrut gehen, vom 17. bis 20. September. Unter dem Titel „Zeiten, Landschaften, Menschen – verbunden am Fluss“ werden bei Wanderungen, bei Besuchen von Projekten und im Gespräch mit Menschen aus der Region, die sich hier beruflich oder ehrenamtlich engagieren, verschiedene Lebenswirklichkeiten in einer sich transformierenden Landschaft in den Blick genommen. 

Nach der Kohle. Abbrüche, Umbrüche, Aufbrüche.

Tagungsdokumentation der Begegnungswerkstatt,
28. bis 30. September 2025 in und um Bitterfeld

Bitterfeld galt Anfang der 1990er Jahre als dreckigste Stadt Europas. Chemieindustrie, verbunden mit Kohleabbau und -Verstromung sorgten für gewaltige Verschmutzungen von Wasser, Luft und Böden in der gesamten Region. Die dominierende Farbe im Revier war grau. Dieses Bild steckt heute noch in vielen Köpfen, häufig, ohne jemals vor Ort gewesen zu sein. Zu Unrecht – wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung feststellten. 

Die Begegnungswerkstatt ermöglichte Gespräche mit Zeitzeugen aus der Chemieindustrie und dem modernen Chemiepark von heute. Besucht wurden auch Zeugnisse der Tagebauindustrie und deren Nachnutzung (Ferropolis) sowie Projekte der Energiewende.

Der Naturpark Dübener Heide, initiiert als Protest gegen den auch dort Ende der 1980er Jahre geplanten Kohleabbau, wird heute von einem Bürgerverein getragen, der private und kommunale Mitglieder hat. Dieser Verein verantwortet die Regionalentwicklung (LEADER-Regionalmanagement). Die Gruppe traf Menschen, die von der Entwicklung von Bürgerprotesten zur konkreten Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung in der Region bis zur Ausrufung der Naturparke durch die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Sachsen, berichteten. Der Verein setzt sich aus verschiedenen Ortsgruppen zusammen, die mit Engagement in den Dörfern und kleinen Städten wirken. Auch deren Projekte wurden beispielhaft vorgestellt.

Blick von oben. Der Bitterfelder Bogen

Zu Fuß ging es vom Hotel zum Bitterfelder Bogen, heute Wahrzeichen und Logo der Stadt. Die Stahl-Bogenbrücke wurde vom Frankfurter Künstler Claus Bury entworfen und auf einer Hochkippe errichtet. Die Architekturskulptur über der neu entstandenen Kultur- und Seenlandschaft der Region ist 81 Meter lang, 14 Meter breit und 28 Meter hoch und wurde 2006 fertig gestellt.

Bevor es auf den Aussichtpunkt ging, begrüßte der Vorsitzende des Vereins Dübener Heide Axel Mitzka die Gruppe am Fuße der Skulptur mit Kaffee und Kuchen. Er antwortete bereitwillig auf die vielen Fragen, die ihm gestellt wurden. Schnell ging es um die „Konflikttiere“ Wolf und Biber. Zu diesem Themenfeld gab es dann am dritten Tag kompetente Auskunft. 

Gut gestärkt ging es auf die Hochkippe und den Bitterfelder Bogen. Auf den Balkon führen stufenlos insgesamt 540 Meter Rampen. Von oben sind sowohl die Stadt Bitterfeld, der nahe Chemiepark und die Wälder der Dübener Heide als auch die neue Seenlandschaft gut erkennbar. Eine Bitterfelderin kam dazu und berichtete vom Leben heute in der Stadt und von den Veränderungen in der Landschaft und in der Stadtgesellschaft in den vergangenen drei Jahrzehnten, seit der Stilllegung der Tagebaue. Stichworte waren Massenarbeitslosigkeit, Abwanderung der jungen Menschen, Jahrhunderthochwasser, Expo 2000, Abwanderung der Besserverdienenden in neue Quartiere an den neuen Seen, aber auch das Gelingen vieler Initiativen, von der Geschichte des mitteldeutschen Reviers in Verbindung mit moderner Industrie war die Rede. Viele Themen wurden im Verlauf der Veranstaltung wieder aufgenommen. Auf dem Bogen kamen alle munter ins Gespräch und beim Abstieg war die Gruppe per du.

Bitterfelder Bogen ist auch der Titel eines Berichts von Monika Maron aus dem Jahr 2009. Hatte sie im Jahr 1981 in ihrem Debütroman „Flugasche“ die Stadt Bitterfeld noch als schmutzigste Stadt Europas beschrieben, stellt sie fast 30 Jahre später die Veränderungen der Stadt dar und berichtet vor allem über die neuentstandene Solarzellenfabrik Q-Cells. Heute dominiert nach wie vor der Chemiepark die Wirtschaft der Stadt, Solarzellen werden nicht mehr hergestellt.

Am Abend war die Gruppe zu Gast im Lutherhaus, einem sehr großen Gebäude der Stadtkirchengemeinde, das von der Größe der Gemeinde zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeugt. 

Hier traf sich die Gruppe mit Zeitzeugen: Günter Piechatzek arbeitete in den 1980er Jahren im damaligen Chemiekombinat. Er berichtete aus der Lebenswirklichkeit der Arbeiter dort, von den dramatischen Umweltverschmutzungen und der vollständig fehlenden Information der Öffentlichkeit zu den unübersehbaren Umwelt- und Gesundheitsrisiken. Aus diesem Grund beteiligte er sich an einer „Schmuggelaktion“; Wasserproben wurden auf abenteuerliche Weise in ein westdeutsches Labor geschickt, dessen Ergebnisse wurden dann über westdeutsche Medien öffentlich gemacht. Die Aktion trug viel zum Image als dreckigste Stadt bei.

Herbert Meyer, heute Ehrenvorsitzender des Vereins Dübener Heide und Mitbegründer, erinnerte an die Zeit der Grünen Tische in Bad Düben, aus denen am 31. März 1990 der „Heideverein“ hervorging. Die Grünen Tische kamen im Februar zusammen, ihnen gehörten Bürger und Umweltaktivisten an, die sich für die Rettung der Dübener Heide engagierten. Diese war zu dieser Zeit von den Abrissbaggern der Bitterfelder Braunkohleindustrie bedroht. Es saßen auch Vertreter der Kohleindustrie mit am Tisch, die erstmals ihre Pläne offenlegten. Danach sollten Teile der Dübener Heide abgebaggert werden. Das wollten die Grünen Tische verhindern und machten mobil. „Wir haben einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Heide nicht abgebaggert wurde. Aber wir haben nicht den Braunkohletagebau verhindert“, sagte Herbert Meyer. Denn die Pläne hatte die Industrie später von selbst verworfen.

Heute ist der Bürgerverein Träger des gleichnamigen Naturparks in Nordsachsen und Sachsen-Anhalt.

Herbert Meyer (rechts) und Axel Mitzka (links)
Günter Piechatzek

Auf der Spur der Kohle
Wanderung entlang des Goitzsche-Sees von Bitterfeld nach Ferropolis

Am nächsten Morgen ging es zu Fuß in Richtung Ferropolis. Ungeplant waren wir von der Bitterfelderin, die sich als Mitarbeiterin der Tourist-Information vorstellte, als sie am Vortag zur Gruppe gestoßen war, zu einer spontanen Stadtführung in der Innenstadt eingeladen worden. Wir sahen das Bemühen der Stadtverwaltung, die Attraktivität der Stadt zu steigern und Bürgerinnen wie auch Gäste in die Innenstadt zu locken. Unsere Stadtführerin stellte stolz die historischen und modernen Besonderheiten vor, ebenso wies sie auf Herausforderungen und sichtbaren Problembereiche hin.  Die Gruppe war sich einig: grau ist Bitterfeld heute nicht mehr, die Probleme hier sind mit denen anderer Städte der Region vergleichbar.

Direkt am Rand der Stadt beginnt die „Bernstein-Promenade“, ein moderner, breiter Weg entlang der Goitzsche. Gut gelaunt spazierte die Gruppe am Rand des ehemaligen Tagebaus entlang, der heute ein sehr klarer See ist. 

Goitzsche-See

Der Große Goitzschesee ist mit 13,32 Quadratkilometern Fläche und 48 Metern maximaler Tiefe der größte See des Seengebiets, das aus dem ehemaligen Braunkohlentagebau Goitzsche (sprich: Gottsche) hervorgegangen ist. Die nordöstliche Bucht bei Mühlbeck wird Bernsteinsee genannt.
1998 wurde die Flutung des ehemaligen Tagebaugebietes mit der Einleitung von Muldewasser begonnen, 2006 sollte der geplante Füllstand erreicht sein. Doch ein durch das Muldehochwasser 2002 ausgelöster Bruch des Muldedammes ließ das Gewässer innerhalb von zwei Tagen um 7 Meter, bis weit über den Sollpegelstand, volllaufen, sodass es überlief und die Stadt Bitterfeld teilweise unter Wasser setzte.
Heute ist der See mit seinen Freizeitmöglichkeiten zu einem beliebten Naherholungsgebiet geworden. Seit Juni 2005 sind Wassersport und touristische Nutzung erlaubt. Es gibt Strandbäder, einen kleinen Hafen, einen Kohlepfad und die Strandpromenade. 
1300 Hektar ehemalige Tagebauflächen wurden vom BUND erworben und sind als Goitzsche-Wildnis heute Naturschutzgebiet. 

Die Gruppe legte einen spontanen Zwischenstopp in der neuen Kaffeerösterei Wundermild ein. Auch dies war Gelegenheit für einen intensiven Austausch untereinander, hier konkret über Erfahrungen mit Massenarbeitslosigkeit in den 1990er Jahren. Es gab sehr unterschiedliche Wahrnehmungen, Erinnerungen und Haltungen dazu. Diesen Austausch beim Kaffee und Wandern zu führen, fördert bei aller Verschiedenheit zugewandtes Zuhören.

Erinnerung an den Kohleabbau am Hotel „Villa am Bernsteinsee“

Direkt am See liegt nach der Flutung die „Villa am Bernsteinsee“. Die ehemalige Fabrikantenvilla aus dem späten 19. Jahrhundert gehört als Denkmal der Kreissparkasse Bitterfeld und wird als Gaststätte und Hotel genutzt. Vor dem Hotel stießen wir auf Bergmann Leo (siehe Bild). Die Skulptur ist Teil einer Freilichtausstellung zur Tagebaugeschichte. In der Gruppe wurde vor allem die schwere Arbeit als Bergmann und der Stolz der Bergleute wahrgenommen. 

Vorbei am schicken Hotel und entlang der Hafenpromenade staunte die Gruppe über die geringe Bebauung und Nutzung der Flächen; es gibt jungen Wald, Wiesen, breite Wege und weite nicht genutzte Flächen. Der Tourismus ist angekommen, aber noch verhalten genug, um Raum für persönliche Entdeckungen und Erfahrungen zu lassen. 

Begeistert war die Gruppe vom Pegelturm, wenige Gehminuten entfernt. Die meisten wagten den Aufstieg – wieder gab es einem weiten Blick über das Seenland auf die Stadt und die Heide.

 Der Pegelturm. Links im Hintergrund ist die Villa am Bernsteinsee erkennbar.

Das Landschaftskunstwerk Pegelturm wurde als Landmarke und Symbol für die sich verändernde Landschaft zwischen dem Ortsteil Bitterfeld und Mühlbeck gesetzt. Direkt an der B100 steht der Pegelturm, erreichbar über eine Seebrücke, entworfen von Prof. Wolfgang Christ und Prof. Dr. Bollinger.

Turm und Brücke werden von schwimmenden Pontons getragen. Die 200 Meter lange Seebrücke besteht aus 24 Pontons und wurde auf einer Seite über gleitende Stahlträger an 24 Betonpfählen verankert. Mit dem steigenden Wasser schwamm die Brücke an den Pfählen gesichert nach oben, mit ihr der Pegelturm. 

274 Stufen führen hinauf zur Aussichtsplattform. Nachts sind Pegelturm und Seebrücke durch ein farbiges Lichterspiel beleuchtet.

Nach einem Mittagsimbiss entschied sich die Gruppe, für den weiteren Weg nach Ferropolis Taxis zu nutzen. In der „Stadt aus Eisen“ angekommen, wurden zunächst die gigantischen Ausmaße der Bagger bestaunt, die im Halbrund aufgestellt worden sind und den Hintergrund einer großen Arena bilden. Hier erwartete uns ein Gästeführer, der aus persönlicher Perspektive die Geschichte des Tagebaus und der Arbeitssituation der Bergleute sowie der Rolle des Kohletagesbaus im Energieversorgungssystem der DDR berichtete. Die meisten älteren Mitglieder seiner Familie hatten „in der Kohle“ gearbeitet, er selbst führt nun durch das Freilichtmuseum.

Die Bagger haben sprechende Namen: Eimerkettenschwenkbagger „Mad Max“, Schaufelradbagger „Big Wheel“ und zwei Absetzer „Gemini“ und „Medusa“ sowie der Raupensäulenschwenkbagger „Mosquito“. Unter und auf den Baggern verstehen Gäste diese Namensgebung.

Die ungewöhnliche Kulisse ist Bühne von zahlreichen Großveranstaltungen und Festivals. Regelmäßig gibt es Anwohnerbeschwerden wegen Lärm, die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger aus dem nahen Gräfenhainichen wäre jedoch stolz auf die Eisenstadt, wurde uns versichert.

Ferropolis (gr.-lat. ferro und polis „Eisenstadt“) ist heute Industriemuseum und Veranstaltungsort in Gräfenhainichen auf einer Halbinsel im Gremminer See, dem ehemaligen Tagebau Golpa-Nord. Ursprünglich befanden sich an dieser Stelle die Werkstätten, die Energieversorgung und die Sozialeinrichtungen des Tagebaus Golpa-Nord. Bis 1955 verband eine Grubenbahnlinie den Tagebau Bergwitz mit dem Kraftwerk Zschornewitz. Teile des aufgegebenen Bahndammes wurden später als Erschließungsstraße für den Braunkohlentagebau Golpa-Nord und später für die Anbindung von Ferropolis genutzt. Die Grubenbahn und jetzigen Anschlussgleise für Ferropolis wurden parallel zu dieser ehemaligen Bahnlinie errichtet.

Nach der Stilllegung des Tagebaus 1991 entstand, basierend auf einer 1992 bei der Stiftung Bauhaus Dessau eingereichten Diplomarbeit des Architekten Martin Brück die Idee der Zusammenführung und musealen Nutzung der auf dem Areal verbliebenen Großgeräte auf einem in den Tagebau ragenden Restpfeiler, der heutigen Halbinsel. Im Juli 2000 wurde Ferropolis für den Publikumsverkehr geöffnet. Das Galakonzert zur Eröffnung dirigierte der griechische Komponist Mikis Theodorakis; die begleitende Lichtshow inszenierte Gert Hof. Hauptgesellschafter von Ferropolis ist die Stadt Gräfenhainichen.

Nach der Kohle
Die Energie-Avantgarde Anhalt und das Forum Walter Rathenau

Der Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien und die damit verbundenen Auswirkungen war beim Wandern in der Fläche unübersehbar und wurden immer wieder besprochen. Insbesondere in Ferropolis wurde der Weg vom Kohleabbau und der Kohleverstromung zu Wind- und Solarenergie mit allen sozialen und ökologischen Auswirkungen diskutiert.

Deutlich wurde, dass die Auswirkungen des Umbaus (Flächensolarkraftwerke, Windkraftanlagen, Stromtrassen-Neubau) vor Ort reale Probleme mit sich bringen und Widerstand auslösen. Die Möglichkeiten finanzieller Gewinn-Beteiligung von Kommunen wurde thematisiert, ebenso die Förderung regionaler und alternativer Projekte. Eine Verknüpfung der Planungen vom Industriepark und den Kommunen gibt es erst in Ansätzen (Wärmeverbundplanung). Doch die Notwendigkeit einer übergreifenden Strom- und Wärmeplanung zeigte sich deutlich. Hier setzen neue Akteure an:

Der Standort Ferropolis ist nicht nur Freilichtmuseum und Außenstation des örtlichen Standesamtes, sondern auch Sitz von innovativen regionalen Netzwerken, wie der Energieavantgarde Anhalt e. V. (EAA). Der Verein setzt sich für den Umweltschutz und eine nachhaltige Energieversorgung in der Region Anhalt-Bitterfeld-Dessau-Wittenberg ein. Mitglieder sind engagierte Einzelpersonen, Unternehmen, Kommunen und Institutionen. Ziel ist eine Energieversorgung der Region, die alle Chancen des Prosuming (Kopplung von Produktion und Verbrauch) nutzt, den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort nützt, der regionalen Wertschöpfung dient und die regionale Resilienz stärkt. Hierfür werden raumbezogene Projekte und wissenschaftliche Forschungen für konkrete Bedürfnisse ins Leben gerufen. Langfristiges Ziel ist der Aufbau eines regionalen Energiesystems mit nachfragegenauer Deckung des Energiebedarfs aus regenerativen Energien unter Maßgabe der Wirtschaftlichkeit. Forschungs- und Projektinhalte sind dafür: Verbesserung des Last-managements, Entwicklung von Organisationsmodellen, Nutzung über-sektoraler Synergieeffekte, Verschränkung mit Wärme und Mobilität.

Ein zweites Netzwerk am Standort Ferropolis ist das Forum Walter Rathenau e. V. Es unterstützt und vernetzt Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik mit dem Ziel, Kohlenstoff neu zu denken. Kohlenstoff – kein anderes Material ist so widersprüchlich in unserer Gesellschaft verankert. Einerseits mitverantwortlich für Klima- und Strukturwandel, andererseits zentraler Bestandteil unserer Wirtschaft, Ernährung und Energieversorgung. Ein zentrales Thema ist hier eine Kohlenstoffkreislaufwirtschaft. Es laufen hierzu Forschungs- und Entwicklungsprojekte, beispielsweise zur Pyrolyse.

Kleine Pause am leider geschlossenen Café auf dem Ausstellungsgelände

Leider konnte die Gruppe keine Mitglieder dieser Netzwerke aus Termingründen direkt befragen, so dass es nur einen Bericht über sie gab. Anschließend brauchten alle Wanderer eine Pause. 

Weiter ging es per pedes über einen Skulpturenpfad, über den keine weiteren Informationen zu finden waren, zum Abendessen nach Gräfenhainichen. 

Bei der Planung der Tour fiel auf, dass es gerade auf dem Land eine Herausforderung sein kann, Gaststätten zu finden, die am Sonntagabend oder am Montagabend geöffnet haben. Die Gruppe hatte Glück, im Il Castello in Gräfenhainichen wurden alle Wünsche erfüllt.

Zurück zum Hotel nach Bitterfeld ging es dann durch einige Dörfer auf kurviger Strecke mit dem Schienenersatzverkehr, für einige Teilnehmer (Zitat) „ein echtes Abenteuer“.  

Auf dem Weg entlang des Tagesbaurestloches Golpa Nord
Abendessen beim Italiener

An der Grenze. Zwischen Industriekultur und Naturerleben

Am dritten Tag fuhr die Gruppe im Taxi-Kleinbus nach Burgkemnitz, ein Dorf an der Grenze zwischen dem Kohlerevier und dem Naturpark Dübener Heide. Es gehört zur Gemeinde Muldestausee, die die Dörfer rund um das neue Seenland umfasst. Auch hier gibt es ein Tagebaurestloch, älter und kleiner als die bisher gesehenen; den Blauen See.

Die Gruppe war zu Gast beim Burgkemnitzer Heimat- und Naturverein e. V., einer Ortsgruppe des Naturparkträgervereins. Etwa 15 Vereinsmitglieder hatten sich im Vereinsheim versammelt, um zu sehen, was für Leute es wären, die sich für ihren Verein und dessen Tun interessierten. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde berichtete der Vorsitzende von den Vereinsprojekten. Dazu gehören die Anlage und Pflege eines geologischen Lehrpfades („Spur der Steine“), die Pflege des Ortsteiches (mit Biberburg, zum Leidwesen der Betreuer), die Organisation von Veranstaltungen, auch für das Dorf und den Heideverein im Vereinsheim, die Pflege und Gestaltung des sehr großen Vereinsgeländes mit Bühne und lauschigen Sitzplätzen unter alten Bäumen und mehr. Das jüngste Projekt ist die Einrichtung eines kleinen Dorfmuseums in einem (selbst gebauten) Anbau.  Der seit 1991 geltende Vereinszweck lautet: Widerstand gegen lebens- und umweltfeindliche Planungen und Maßnahmen. 

Im Vereinsheim in Burgkemnitz: Vorträge aus der Praxis

Die Gäste zeigten sich erstaunt über die verschiedenen Projekte und das dargestellte Engagement, aber auch über die Möglichkeiten und Freiheiten auf dem großen Vereinsgelände und die Kontinuität der Arbeit der Vereinsmitglieder. 

Ein Thema, dass vom ersten Tag der Veranstaltung im Raum stand, waren die Naturschutzkonflikte um Wolf und Biber. In Sachsen, das ein proaktives Bibermanagement anstrebt, arbeitet Janine Meißner für den Landkreis Leipzig als „Kontaktstelle Bibermanagement“. Ihr Vortrag trug den Titel „Die Sicht der anderen“. Sie erklärte, dass sie bei der Naturparkverwaltung Dübener Heide arbeite, im Auftrag des Landkreises. Menschen, die gerade ein Problem mit einem Biber hätten, würden einem Mitarbeiter des Landkreises kaum zutrauen, dass eine angemessene, für alle Seiten akzeptable Problemlösung angestrebt wird. Sie versuche immer, die konkrete Situation aus der Perspektive der Betroffenen zu verstehen. Die Fachfrau ist seit vielen Jahren in der Region aktiv und anerkannt. An praktischen Beispielen erläutert sie, dass nicht Wolf oder Biber das Problem sind, sondern starre Regelungen bei Nutzungskonflikten. Naturparke sollten aus ihrer Sicht Modell- und Diskursraum für solche Fälle sein, so versteht sie auch ihre Arbeit.

Im Vereinsheim in Burgkemnitz: Die Gäste haben Fragen

In der Diskussion zeigte sich, dass zum Beispiel der Wolf bei Stadtmenschen beliebter ist als bei Dorfmenschen, die konkret betroffen sind. Austausch hilft auch hier für das gegenseitige Verständnis. 

Im Grünen. Natur, Kultur, Engagement 

Beeindruckt fuhr die Gruppe weiter nach Rösa. Eingeladen hatte die dortige Ortsgruppe des Heidevereins. Sie kümmert sich vor allem „ihren“ alten Schlosspark, pflanzt hier regelmäßig den  Baum des Jahres, hat einen beschilderten Weg mit zum Teil skurrilen Ortsgeschichten ausgewiesen und organisiert Veranstaltungen für den Ort, besonders für die Kinder der örtlichen Grundschule, die im Schloss untergebracht ist.  Die Schule trägt das Prädikat „Naturparkschule“.

Die Vorsitzende der Ortsgruppe und die Ortsbürgermeisterin begrüßten die Gäste. Mit Stolz zeigten sie die mit Mitteln von LEADER (einem europäischen Förderprogramm) in einem alten Nebengebäude neu errichteten Gebäude der Wasserwehr, der Feuerwehr und Dorfgemein-schaftsräume am Schloss. 

Bei der anschließenden Wanderung durch den Schlosspark nahe der Mulde beeindruckte die weite Auenlandschaft, in die der Park hineinreicht. Die Vereinsvorsitzende berichtete vom Leben im Ort, früher und heute, und vom Engagement des Vereins. Unten angekommen, konnten die Gäste das persönlich erleben: sie wurden von Vereinsmitgliedern begrüßt, es waren Tische und Bänke und ein reiches Picknick vorbereitet. 

 Im Schlosspark Rösa. Die Grundschule im Schloss ist oben sichtbar.

Fazit

Die Begegnungswerkstatt wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als sehr intensive Erfahrung beschrieben, was insbesondere am langsamen Kennenlernen der Stationen, dem zu Fuß gehen und den persönlichen Begegnungen mit Zeitzeugen und heutigen Akteuren der Region lag.

Menschen vor Ort zu treffen, die sich für ihre Themen engagieren, stellte sich als gutes Konzept heraus. Der Besuch wurde als Wertschätzung der eigenen Arbeit und des Engagements wahrgenommen, die sehr gern und detailreich präsentiert wurde. In den Gesprächen stellten sich (erwartbare) verschiedene Sichtweisen heraus, die mit gegenseitigem Respekt und auch mit Humor behandelt worden sind.

Typische „Landprobleme“, wie ausgedünnte Mobilitätsangebote und das Ausweichen auf Taxis oder eingeschränkte Öffnungszeiten der Gastronomie wurden als persönliche Erfahrungen mitgenommen.


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Die BRIEFE

Siegrun Höhne

Kirchlicher Dienst auf dem Land, Umweltmanagement der EKM, Leiterin der Studienstelle/ KFH

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