Diskurs

Mit dem Handy durch die Schöpfungszeit

"MineHandy" im Unterricht

„MineHandy“ im Unterricht

Wie jedes Jahr findet vom 1. September bis zum 4. Oktober die Schöpfungszeit statt. Passend dazu beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 im Religionsunterricht am Rouanet-Gymnasium in Beeskow mit der „Schöpfung“ eines Handys.

Woher stammen die Rohstoffe, die in unseren Smartphones stecken? Unter welchen Bedingungen arbeiten die Menschen, die an ihrer Herstellung beteiligt sind? Und welche Auswirkungen hat unser Handykonsum auf die Umwelt? Diesen Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler im Spiel „MineHandy“ nach, das auf Luanti (früher Minetest) basiert. In der Rolle von Journalistinnen und Journalisten erkundeten sie die Stationen der Handyproduktion. Am Ende konnten sie im Spiel ihr eigenes Handy bauen. Anschließend hielten sie ihre Erfahrungen in Zeitungsartikeln fest.

Neue Station in „MineHandy“: Goldmine in Papua-Neuguinea

Stundenplanung: Vom Einstieg bis zum Spiel

Zum Einstieg wiederholten die Schülerinnen und Schüler kurz, worum es in der Schöpfungszeit geht. Danach stimmte ein Kahoot-Quiz mit Fragen rund ums Smartphone auf das Thema ein. Weitere passende Fragen für den Einstieg finden sich im Begleitheft.

Anschließend ging es an die Computer. In mehreren Doppelstunden spielten die Schülerinnen und Schüler „MineHandy“, entweder allein oder in 2-3er Gruppen.In den Gruppen spielte jeweils eine Person am Computer, während die anderen Notizen machten. Das Spiel ist derzeit auf dem öffentlichen Minetestbildungsserver der Jungen Akademie in Luanti zu finden.

Die Gruppenarbeit war besonders für diejenigen hilfreich, die noch wenig Spielerfahrung hatten: Sie konnten sich mit erfahreneren Mitschülerinnen und Mitschülern zusammentun und die Stationen gemeinsam erkunden. Hilfreich ist es außerdem, wenn eine Lehrkraft das Spiel vorab selbst ausprobiert hat und bei Bedarf unterstützen kann. Wer die Informationen im Spiel aufmerksam liest, kommt jedoch in der Regel auch gut allein zurecht.

Nach dem Spiel

Nachdem die Schülerinnen und Schüler das Spiel abgeschlossen und ihr Handy in China gebaut hatten, ging es an das Schreiben der Zeitungsartikel. Hierbei war die Aufgabe eine Seite einer Zeitschrift zu gestalten. Viele setzten ihre Beiträge mit Canva oder PowerPoint um. Wer lieber schlicht arbeiten wollte, konnte auch einen kurzen Artikel auf Papier schreiben. Zum Abschluss stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse der Klasse vor; anschließend wurden die Beiträge benotet.

Game-Based Learning

Den Schülerinnen und Schülern hat das Projekt sehr gut gefallen. Besonders motivierend war, dass sie sich die Informationen in einem Spiel erarbeiten konnten, das ihnen vertraut war – statt wie sonst häufig über ein Arbeitsblatt.

Junge Akademie
Minecraft und Luanti/Minetest
Offene Software – offene Gesellschaft

Amalie Städler

Stud. Mitarbeiterin

Tobias Thiel

Studienleiter für gesellschaftspolitische Jugendbildung

Diskurs-Beiträge

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