Diskurs

Eine zweite von sieben Sichten

Die Malerin Ulrike Kirchner

Am 14. Oktober ist die Vernissage der Ausstellung Sieben Sichten – Kunst aus der Region Wittenberg.
In der Folge stellen sich die Künstlerinnen und Künstler hier mit ihren Werken vor.
Andreas Kühn

Ich wurde 1966 in Lutherstadt Wittenberg geboren und lebe und arbeite hier. Seit 2017 bin ich als freiberuflicher Collage-Künstler tätig. Ich bin Autodidakt und habe deutschlandweit an diversen Gruppenausstellungen teilgenommen, habe mich europaweit an einigen Kunstprojekten beteiligt.
Meine Collage #1805 wurde in die Dauerausstellung des European Art Museums in Københavnsvej 588, 4750 Lundby, Dänemark aufgenommen. Zehn meiner Collagen werden seit 2021 in einer virtuellen Ausstellung der Sam Bellamy Virtual Art Gallery Peru gezeigt. Dazu kann ich auf meine gut besuchte Einzelausstellung „Ansichtssache (n) 1.0“ im Alten Rathaus, Lutherstadt Wittenberg, vom 15.03. bis 17.08.2025 zurückblicken und gerade wurde ein Interview mit mir, samt Bildern einiger meiner Collagen im Collect Art Magazin NO. 121 Special Edition Minimalism, September 2026 aus Tiflis, Georgien veröffentlicht.

Als Künstler strebe ich danach, Menschen durch die doch oft skurrile Ausdrucksform der Collage zu fesseln, indem ich Arbeiten schaffe, die neu, fremd, anders, ja bizarr sind. Ich möchte damit die Grenzen der Wahrnehmung erweitern und die Betrachtenden animieren sich Zeit zu nehmen, das Gesehene auf sich wirken zu lassen und darüber nachzudenken, ich möchte Erinnerungen und Emotionen wecken und dazu anregen, meine Arbeiten für sich selbst zu interpretieren.

In meinen Arbeiten greife ich keine bestimmten Themen auf und versuche auch nicht, die Gedanken des Betrachtenden in eine vorgegebene Richtung zu lenken, ich bin bestrebt mit der Verwendung alter, gelebter Objekte wie Bilder, Teilen von Werbeanzeigen, Ausschnitten aus Magazinen und Zeitschriften, alten Buchseiten, Rechnungen, Texturen und dergleichen eine Verbindung zwischen dem Betrachtenden und meinem Werk herzustellen, die ihn dazu anregt sich damit auseinanderzusetzen.

Ich lasse mich dabei vom Zufall leiten, indem ich stets ein Bild wähle, das mich anspricht, das mich förmlich dazu auffordert, mit ihm eine Collage zu erstellen. Zu diesem Bild füge ich dann andere Komponenten hinzu, probiere, verwerfe, ergänze, entferne, bis ein für mich fertiges, stimmiges Werk entsteht, ein Werk das zum Nachdenken anregt und den Betrachtenden dazu bringt seine Erinnerungen, Erfahrungen und Perspektiven in meine Kunst zu projizieren.

Kunst soll für mich anregen, sie auf sich wirken zu lassen, über sie nachzudenken, sie für sich zu interpretieren. Dazu lade ich mit meinen Collagen ein.

Denk­bewegungen
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Paul F. Martin

Studienleitung Theologie/ Gesellschaft/ Kultur

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