Diskurs

Vom Streitfall zum Bildungsort

Pressemitteilung vom 30. März 2026

Neue Dauerausstellung in Wittenberg entsteht

Lutherstadt Wittenberg, 30. März 2026. In der Stadtkirche St. Marien wird ein historisch belasteter Ort neu erschlossen: Die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V. und die Evangelische Stadtkirchengemeinde Wittenberg entwickeln eine Dauerausstellung, die das mittelalterliche antijüdische Relief an der Kirchenfassade erstmals umfassend einordnet und die Stätte der Mahnung zu einem Bildungsort weiterentwickelt. Die Eröffnung ist für den 10. November 2026 geplant.

Die Ausstellung knüpft an die öffentliche Auseinandersetzung der vergangenen Jahre an: Mit seinem Urteil von 2022 bestätigte der Bundesgerichtshof, dass das Relief an seinem Ort verbleiben kann, zugleich aber eine fortdauernde Kontextualisierung und kritische Einordnung erforderlich ist. Genau hier setzt das Projekt an.

Die Ausstellung in der historischen Sakristei vermittelt auf rund 72 Quadratmetern die Entstehung, Wirkung und heutige Bedeutung des Reliefs sowie der dazugehörigen Inschrift aus dem Kontext der Reformationszeit und der Schriften Martin Luthers. Sie richtet sich insbesondere an Jugendliche und internationale Gäste und lädt dazu ein, sich kritisch mit Antijudaismus und Antisemitismus auseinanderzusetzen.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Bildungsangebote, die Besucherinnen und Besucher dabei unterstützen, antisemitische Stereotype zu erkennen und deren Wirkung bis in die Gegenwart zu reflektieren. Gestaltung und Konzeption setzen auf verständliche Vermittlung, audiovisuelle Elemente und eine klare, besucherorientierte Ansprache. Die Ausstellung wird vom Büro KOCMOC Exhibitions GmbH aus Leipzig gestaltet.

Bereits im Vorfeld lädt die Akademie zum öffentlichen Austausch ein: Beim Diskussionsabend „TALK AM TURM – Wie ein Ausstellungsort zur Stätte der Mahnung entsteht“ stellt das Projektteam am Mittwoch, den 8. April, um 18.30 Uhr in der Evangelischen Akademie (Schlossplatz 1d) erste Inhalte und Entwürfe vor. Die Kuratorin Maren Krüger aus Berlin gibt Einblicke in die Konzeption und steht für Rückfragen aus der Stadtgesellschaft bereit.

Gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus sowie vom Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt. 

Weiterentwicklung der Stätte der Mahnung
Schlagwörter: Gesellschaft, Kultur, Religionen

Christoph Maier

Akademiedirektor und Studienleiter für Theologie und Politik

Annelie Hollmann

Studienleiterin Bildungsort "Stätte der Mahnung" an der Stadtkirche Wittenberg

Gemeinsame Pressemitteilung
der Ev. Akademie Sachsen-Anhalt e.V. und der Ev. Stadtkirchengemeinde Wittenberg | 29.10.2025

PM Kuratorin gefunden (PDF)

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