Diskurs

Pathologie und Politik

Online-Veranstaltung zum 200. Geburtstag von Rudolf Virchow am 21. Oktober 2021, 19.00 Uhr
Bild zur Veranstaltung "Pathologie und Politik. Zum 200. Geburtstag von Rudolf Virchow".
Julius Cornelius Schaarwächter creator QS:P170,Q1712549, Rudolf Ludwig Karl Virchow. Photograph by J. C. Schaarwächter, Farbe: ohne Angabe, CC BY 4.0

Sollten sich Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler in die Politik einmischen? Diese Frage wird seit der Corona-Pandemie wieder heftig diskutiert. Wie kaum ein anderer bezog Rudolf Virchow dazu Stellung – vor mehr als 150 Jahren. Er war beides zugleich: Wissenschaftler und Politiker. Und er vertrat die Ansicht: „Politik ist weiter nichts als Medizin im Großen.“

Rudolf Virchow – am 13. Oktober 1821 geboren – leistete mit der Begründung der Zellularpathologie Bahnbrechendes für die moderne Medizin. Doch auch als Anthropologe, Ethnologe, Prähistoriker und Archäologe nahm er Einfluss auf die Wissenschaft seiner Zeit. Als Freund, Förderer und Ratgeber Schliemanns ist Virchows Name untrennbar mit der Erforschung Trojas verbunden. Als Demokrat von 1848 und Liberaler, als Parteigründer und Parlamentsabgeordneter trat er für sozialhygienische Verbesserungen und Neuerungen ein – und setzte sie auch durch. Kritisch begegnete der Politiker Virchow Preußen und dem Kaiserreich, kritisch bis distanziert stand er als Protestant seiner Kirche gegenüber.

Professor Dr. Constantin Goschler, Historiker und Lehrstuhlinhaber an der Ruhr-Universität Bochum, beleuchtet das Leben Rudolf Virchows. Er würdigt dessen wissenschaftliche Leistungen wie auch sein gesellschaftliches und politisches Engagement in einer Epoche vielfältiger Umbrüche auf dem Weg in die Moderne. Professor Goschler ist Autor einer umfangreichen Biographie zu Rudolf Virchow, die im Sommer dieses Jahres unter dem Titel „Rudolf Virchow. Mediziner – Anthropologe – Politiker“ in einer aktualisierten Neuauflage im Böhlau-Verlag erschienen ist.

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Jörg Göpfert

Studienleiter, Arbeitsbereich Umwelt und Soziales
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