Diskurs

Engagement, Austausch und Verantwortung vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Kirche aktiv

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat die Vernetzungsplattform „Kirche aktiv“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Menschen aus Gemeinden, Kirchenkreisen, Werken und Einrichtungen zu verbinden und gemeinsam über gesellschaftliche Verantwortung nachzudenken – besonders in Zeiten politischer Polarisierung. Die monatlichen Treffen im Digitalen Bildungshaus der EKM bieten einen unkomplizierten Einstieg. Teilnehmende erhalten Einblicke in laufende Projekte, können eigene Ideen einbringen und sich mit anderen Engagierten austauschen. Das Netzwerk lebt davon, dass Menschen gemeinsam handeln.

Beim Treffen am 23. März diskutierten Engagierte aus Kirchenkreisen, Einrichtungen und Gemeinden darüber, wie Kirche unterschiedliche Gruppen erreichen kann. Martin Gneist vom Kinder- und Jugendring stellte die U18-Wahl vor – eine Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, demokratische Prozesse zu erleben. Kirchengemeinden können dafür unkompliziert Wahllokale einrichten. Bereits in den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche evangelische Schulen, Horte und Gemeinden beteiligt. Besonders erfolgreich ist das Projekt dort, wo es eng in die gemeindepädagogische Arbeit eingebettet ist. Die diesjährige U18-Wahl findet vom 24. bis 28. August statt, und rund 45 Wahllokale haben bereits ihr Interesse bekundet.

Mamad Mohammad vom Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) berichtete über Herausforderungen und Aktionen zur Landtagswahl. LAMSA vertritt etwa 30.000 Menschen und reagierte auf den seit 2016 zunehmenden Alltagsrassismus – insbesondere nach dem Einzug der AfD in den Landtag – mit der Einrichtung einer Beratungsstelle. Aktuell macht eine Plakatkampagne auf alltagsrassistische Sprache, Ausgrenzungen und Verletzungen aufmerksam. Die Plakate können kostenlos bestellt und beispielsweise in Gemeindehäusern aufgehängt werden. „Jeder Widerstand gegen Alltagsrassismus ist wichtig“, betonte Mohammad. Geplant sind außerdem Tür-zu-Tür-Gespräche in Halle, Dessau und Stendal.

Wie können wir uns engagieren?

Kirche versteht sich als Ort des Dialogs, der Solidarität und der Demokratiebildung. „Kirche aktiv“ zeigt, wie vielfältig Engagement aussehen kann:

  • Dialogformate durchführen, etwa Podiumsdiskussionen oder Gesprächsabende zu gesellschaftlichen Themen.
  • Netzwerkpartner unterstützen, indem man Räume zur Verfügung stellt, Aktionen bekannt macht oder gemeinsame Projekte startet.
  • Die eigenen Gemeinden motivieren, sich offen, klar und konstruktiv in gesellschaftliche Debatten einzubringen.

Kirche kann ein Ort sein, an dem Menschen miteinander ins Gespräch kommen – unabhängig von Herkunft, Alter oder politischem Hintergrund. Die Plattform schafft dafür eine digitale Heimat.

Die nächsten Termine:

Alle Treffen finden online von 18 bis 20 Uhr im digitalen Bildungshaus der EKM statt:

  • 20. April
  • 1. Juni
  • 22. Juni

Wer sich einbringen möchte, ist herzlich eingeladen – ob mit einer Initiative, einer Frage oder einfach nur aus Interesse. Die Organisatoren von „Kirche aktiv“ sind die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, die Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen-Anhalt, die Evangelische Jugend, der Bischofssprengel Magdeburg, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landeskirchenamt sowie die Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland.

Kirche aktiv

Dominic Häde

Projektleiter "am Gartenzaun. Zusammenkommen, Sprechen und Zuhören"

Christoph Maier

Akademiedirektor und Studienleiter für Theologie und Politik

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