Diskurs

Von der Bienenwiese bis zum Jugendrat

#WBneudenken - Ideen einer jungen Frau

Aus Pratau erhielten wir diese Ideen, wie Wittenberg und der Landkreis noch jugendfreundlicher und generationenverbindender werden können. In der Jugendkampagne #WBneudenken laden wir junge Menschen dazu, Vorschläge für ihr Umfeld einzureichen und bieten über den Jugendfonds die Möglichkeit Kindern und Jugendlichen unbürokratisch bis zu 800 Euro für ihr Projekt zur Verfügung zu stellen.

1) Was gefällt Dir in Wittenberg und Umgebung?

Wittenberg hat mit seiner Struktur ein Herz, einen Mittelpunkt – die Innenstadt und nicht mehrere voneinander unabhängige Stadtteile, die alle einzeln füreinander agieren.

Die Menschen fühlen sich auch im Umkreis dem Stadtkern verbunden. Ich habe direkt im Anschluss an mein Abi 4 Jahre in Leipzig gewohnt und vergleiche den Stadtaufbau mit Wittenberg, wodurch Wittenberg in meinen Augen ein unglaubliches Potential zur Weiterentwicklung hat, auch durch den nahen Standort zu den Ballungsgebieten Leipzig und Berlin. Mir gefällt ebenso die zentrale Anbindung an große Städte und deren gute Erreichbarkeit aufgrund der ICE-Anbindung von unserem Bahnhof. Der “grüne Aspekt” unserer Stadt und Umgebung sowie der Weitblick von vielen Stellen auf die unberührte Natur ist für mich das Attraktivste.

2) Was würdest Du gern ändern?

a) Ich würde die Spielplatz-Anlagen auch in den Ortschaften von Wittenberg ausbauen, um so Treffpunkte zu schaffen. Aber auch in der Innenstadt sind mehrere “Third-Places” zum Austausch der Generationen notwendig, an denen man wiederum als Gemeinschaft Aktionen unternimmt, Veranstaltungen plant und umsetzt und so aktiv die Stadt mitgestaltet.

b) Die interessanteste Veränderung würden für mich öffentlich zugängliche Calisthenics-Parcs bieten, welche die verschiedensten Menschen zusammenbringen, um gemeinsam fit zu bleiben und das auch noch an der frischen Luft, ohne weitere Bewirtschaftung.

c) Die notwendigste Veränderung stellt für mich die Verbesserung der Nahverkehrsanbindungen dar, welche alle Menschen der Stadt und ihrer Umgebung zusammenbringt und so Gedankenaustausch und Beteiligung ohne Hindernisse ermöglicht.

d) Um die Bereitschaft zur Beteiligung aller Bürger der verschiedensten Alters- und Zielgruppen zu stärken, muss die Struktur der Ortschaftsratssitzungen thematisch interessanter gestaltet werden und auch hier muss es schon eine Art Jugend-Rat geben, der immer wieder auch mit Augen eines Kindes seine kreativen Ideen gegenüber, der oft versteiften, Erwachsenen-Welt mit einbringt.

e) Insektenfreundliche Blühflächen müssen etabliert werden und damit auch die Menschen zur Thematik sensibilisiert werden. Aufwendig zu mähende langweilige Rasenstreifen können mit trockenheitstoleranten Steppengewächsen und einheimischen Wildpflanzen und Kräutern bepflanzt werden, die zwar immer noch bewirtschaftet werden müssen, jedoch mit geringerem Aufwand und Wasserverbrauch. Hierzu kann man dann ebenso die Aroma- und Duftgärten aufgreifen und schon in der Kita beginnen mit Erlebnispädagogik das Bewusstsein für unsere Natur zu stärken. Ebenso muss man mehr in “die Höhe” denken und auch hierbei die Stadt naturnah gestalten. So kann man  beispielsweise (siehe Zingst an der Ostsee) Laternenmasten mit pflegeleichten Ramblerrosen bewachsen lassen, die wiederum attraktive Sichtachsen der Stadt betonen können. Ebenso müssen Verkehrs-Kreisel attraktiver gestaltet werden (siehe Kreisel vor Bad Düben aus der Dübener Heide kommend) und Bäume in Häuserschluchten oder anderen Straßen gepflanzt werden, um hier auch bei den heißen Sommern das Kleinklima zu verbessern, sodass sich die Straßen nicht so aufheizen können.

3) Wie willst Du im Landkreis leben?

Ich will im Landkreis frei leben können mit der Perspektive hier auch später bezahlbares Bauland erwerben zu können, dass mich wiederum an diese Region hier bindet und den Heimatsgedanken stärkt.

Ich möchte die Möglichkeit haben Ideen zur Entwicklung einzubringen und für oder gegen Veränderungen abstimmen zu können. Ebenso möchte ich bei der Umsetzung von Projekten zur Zielerreichung der Weiterentwicklung unserer Stadt und Umgebung teilhaben können, um so informiert zu bleiben und auch die Gedanken meiner jeweiligen Zielgruppe vertreten zu können aber auch, um die Gedanken der anderen Zielgruppen verstehen zu lernen und dahingehend mitgestalten zu können.

Tobias Thiel

Stellv. Direktor, Studienleiter für gesellschaftspolitische Jugendbildung und Umweltbeauftragter
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