Projekt

Bildspuren

Foto: SBerner/Stephanikirche Calbe

Wege und Möglichkeiten des Umgangs mit judenfeindlichen Darstellungen im öffentlichen Raum

Mit dem Projekt „Bildspuren“ setzt die Evangelische Akademie ihr Engagement in den Bereichen Wissensvermittlung und Antisemitismusprävention rund um die sog. „Judensau“-Darstellungen in Sachsen-Anhalt fort. Das Projekt möchte zur kritischen Auseinandersetzung mit den judenfeindlichen Bildmotiven anregen und an den jeweiligen Orten zivilgesellschaftliches Engagement stärken. Dazu erarbeitet das Projekt ein barrierearmes und multimediales Informationsangebot und richtet regelmäßige Bildungsveranstaltungen und Dialogformate zur Geschichte der Schmähplastiken sowie zur Genese und Verbreitung von christlichem Antijudaismus und Antisemitismus aus.

Etwa 30 judenfeindliche Schmähskulpturen gibt es derzeit noch an Kirchen und anderen Gebäuden. Vier der Bildwerke befinden sich in Sachsen-Anhalt (Calbe, Magdeburg, Lutherstadt Wittenberg, Zerbst), wobei das Relief an der Stadtkirche in Wittenberg zu den bekanntesten zählt. Mit den Schmähplastiken verbindet sich eine jahrhundertelange Geschichte der Ausgrenzung und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden, deren gesellschaftliche Aufarbeitung in vielen Punkten noch aussteht. Die Einbindung des Motivs in eine judenfeindliche Bildsprache reicht vom Mittelalter über die Frühe Neuzeit und die Moderne bis in die Gegenwart hinein.

Die nach wie vor anhaltende Polarisierung des Themas zeigt an, dass noch immer ein substanzieller Bedarf an Information, Kontextualisierung und Intervention besteht. Ebenso besteht die Notwendigkeit, an den jeweiligen Orten neue und zeitgemäße Formen der Aufarbeitung und des Erinnerns zu entwickeln. Darin einbezogen werden muss eine historische wie theologische Reflexion judenfeindlicher Bilder und Erzählungen.

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Vincent Kleinbub

Mitarbeiter im Projekt „Bildspuren“
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