Die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien ist die Predigtkirche des Reformators Martin Luther (1483-1546) gewesen. Hier hat Martin Luther die berühmt gewordenen Invokavit-Predigten gehalten. Die vielfältige Geschichte der evangelischen Predigt, die sich auf das Wort der Bibel besinnt und die Herzen und Gewissen der Menschen anspricht, hat in der Wittenberger Stadtkirche als der „Mutterkirche der Reformation“ begonnen.
Seit vielen Jahren werden zu den Wittenberger Kanzelreden namhafte Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft, aus Kunst und Kultur, aus Wissenschaft und Politik eingeladen, um Worte und Gedanken zu äußern, die als Zeitansage und aktuelle Kommentare zur gesellschaftlichen Situation verstanden werden können. Die Kanzelreden in Martin Luthers Predigtkirche wollen anregen und aufregen.
Die Wittenberger Kanzelreden werden von der Stadtkirchengemeinde St. Marien in Lutherstadt Wittenberg, der Cranach-Stiftung, dem Pfarramt der EKD an der Schlosskirche und der Ev. Akademie Sachsen-Anhalt gemeinsam verantwortet.
Die aktuellen Termine und eine Dokumentation der Kanzelreden aus den letzten Jahren finden Sie weiter unten auf dieser Seite.
Die Kanzelredenreihe des Jahres 2026/2027 steht unter der Überschrift:
mutwillig [muːt vɪl ʔɪç]
Die Reihe der Kanzelreden im Jahr 2026/27 will Menschen eine Stimme geben, die in ganz unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft Ermutigendes geschafft haben. Es gibt sie überall: im Sport, in der Kirche, im Wirtschaftsleben, in der Politik und an anderen Orten. Diese Mutmachgeschichten sind mal widerständig, mal trotzig. Sie fügen sich nicht ein in das Schwarz und Weiß polarisierter Meinungen und lassen sich nicht anstecken von Erschöpfung oder Resignation. Diese Kanzelreden erzählen mutwillig – also in voller Absicht und mit beschwingter Leichtfertigkeit – wie es anders geht. Solchen Mut will ich auch!
23. August 2026
MdL Dr. Reiner Haseloff
Ministerpräsident a. d., Lutherstadt Wittenberg
15. November 2026
Claudia Persch
Dipl.-Ing. Architektin, Glolmsdorf
14. Februar 2027
Prälatin Dr. Anne Gidion
Bevollmächtigte der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland, Berlin










