wortfluss
Veranstaltungsreihe

Wörterfluss – Lesungen

Die Antwort auf die Frage, 
ob es im Universum, 
in der Welt 
oder im Leben 
einen Sinn gibt, 
werden wir nicht im Universum, 
in der Welt 
oder im Leben 
finden, 
sondern immer nur 
in der Sprache.

Durch Wörter bilden wir uns die Welt ein. Durch Geschichten – durch Lyrik und Prosa öffnen sich Blicke in die Welt. Die Welt ist mehr als das, was der Fall ist. Das zeigt sich uns am Rand der Sprache auf dem Fluss der Wörter. Die Evangelische Akademie Wittenberg e.V. lädt in unregelmäßigen Abständen zu Lesungen ein, zu Gesprächen mit den Autor*innen und zu neuen Einblicken.

15.09.2021 Iris Wolff Die Unschärfe der Welt

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Paul F. Martin

Studienleitung Theologie/ Gesellschaft/ Kultur
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Diskurs-Beiträge

Gegenwartslyrik V

Der Aufbruch der Graugänse
Ein Schwingen / Laut und Schwingenschlag / gesagtWar nichts / doch nichts blieb sich von nun an gleich:Die Auen zitterten um einen Teich Dort war kein Land / dort war ein andrer Tag. Ich stand in einer Schalung / einem Pochen /Das in die Kniee kroch / sah Flügel ragen /   Und Leiber stiegen auf / ein Tausendklagen /Und alles schrie…

Gegenwartslyrik IV

Die Eltern im Herbst
Dann war es Herbst gewordenund da gefiel meinem kleinen Fensterbrettvogeldas Singen nicht mehr.Aber dafür werden immer im Herbstdie Toten so unruhig,und da kommt an manchen Abendenmich mein Vater besuchenund trägt einen blauen, wollenen Schal,von dem meine Mutter sagt,er hätte ihn am Tag meiner Geburtim Eisenbahnabteil verloren.Meine Mutter aberverschenkt in jedem Novemberein Stück von meines Vaters weißen Hemden.Und zur gleichen Zeit,wenn…
Die Antwort auf die Frage, ob es im Universum, in der Welt oder im Leben einen Sinn gibt, werden wir nicht im Universum, in der Welt oder im Leben finden, sondern immer nur in der Sprache. Die Unschärfe der Welt – ein Roman von Iris Wolff Ich lade Sie ein zur Lesung mit der Autorin am 15. September um 19:00…

Gegenwartslyrik III

Die Sprache meiner Freunde I
Ich brauche neue Freundedie heimelig neben mir sitzenim 4-Augen-Gesprächmit übergeschlagenen Beinen und aufliegenden Armenauf dem Canapé ich brauche kein Bildich brauchenurdieses Licht der Zukunftin diesem neuen Raummit meinen Freunden von morgen ich brauche eure Wortekeinen Alkoholabereine neue Sprachedie ich verstehen muss so dass ich mehr wissen kanndie Sprache meiner Freundedie der Nahrung und der Langeweile. Marie Rotkopf Mit freundlicher Genehmigung…

Gegenwartslyrik II

Lieber noch, mit dir verglichen
Wenn ich durch ein Städtchen gehe,Hat die Ordnung aufgehört.Durch das Schuhwerk guckt die Zehe,Was den Spießer sehr empört. Rock und Hose sind zerrissen,Und mein weißer Bart zerzaust.Spießer, bin ich dein Gewissen,Weil dir vor mir gar so graust? Treffe ich dich auf der Gasse,Klopfe ich an deine Tür,Rümpfest du die Spießernase,Spuckst verächtlich aus vor mir. Gibst mir eine kleine Spende,Denn dein…

Gegenwartslyrik I

das ende der zukunft
in würde solle ich tragenso sagen sie und meinenmich wehrlos machenund dulden ohne schamwas sie mir anmaßen doch meine nacktheittrage ich verachte ihre kleider ist ihre würde meine scham und zeichen ihrer tyranneidie ich nunmehr nicht dulde orte voller grauen die siebeschreiben sind mein zielda mich die mauern diesie bauten ersticken wie der schutz den sie mir bieten mit bloßen füßen und ohneden…
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