Projekt

sus et iudaei

Schmähplastiken in Sachsen-Anhalt

Mit dem Projekt „sus et iudaei“ entwickelt die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt ein modulares Konzept zur Vermittlung von sogenannten „Judensau“-Schmähplastiken am Beispiel der Stadtkirche St. Marien Wittenberg und der Kirche St. Stephani Calbe (Saale). Die Akademie möchte über diese Bildwerke und ihr Potential für den Transport antisemitischer Haltungen aufklären und unter Einbeziehung jüdischer Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner Wege suchen, die Bildwerke adäquat aufzuarbeiten und der ihnen inhärenten Beschimpfung entgegenzutreten.

Von den über 30 noch existierenden judenfeindlichen Schmähplastiken befinden sich allein 20 % in Sachsen-Anhalt. Neben Wittenberg und Calbe gibt es sie auch an Kirchen in Halberstadt, Magdeburg und Zerbst. Jede einzelne dieser Skulpturen ist Anlass genug, sich mit den in Stein gehauenen Abbildern des jahrhundertealten christlichen Judenhasses zu beschäftigen. Das antisemitische Bildmotiv war immer wieder Nährboden für die gewaltsame Ausgrenzung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden und erfährt bis heute Aktualisierungen. Das Projekt möchte dazu beitragen, die kritische Auseinandersetzung mit den judenfeindlichen Bildwerken und ihrer Wirkungsgeschichte zu befördern und zu verstetigen – innerhalb der Stadtgesellschaften ebenso wie innerhalb der Kirchengemeinden.

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Vincent Kleinbub

Mitarbeiter im Projekt „sus et iudaei – Schmähplastiken in Sachsen-Anhalt“
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