Diskurs

Kirchliche Gemeinschaft in Papua-Neuguinea

Berichte aus Papua-Neuguinea

Der Kolonialismus hat größere Auswirkungen und Veränderungen auf meine Provinz und mein Land als Ganzes, einige der Auswirkungen und Veränderungen sind negativ und andere positiv. Das Christentum ist eine dieser Veränderungen, die die Europäer nach Papua-Neuguinea gebracht haben. Bevor das Christentum in meinem Volk eingeführt wurde, hatten meine Vorfahren ihren eigenen Glauben und eine traditionelle Religionsethik.

Die Religion wird heute von verschiedenen Zweigen des Christentums oder religiösen Gruppen dominiert, dazu kommen traditioneller Animismus und Ahnenverehrung. Die beiden dominierenden Kirchen in meinem Land sind die katholische Kirche und die lutherische Kirche mit den höchsten Mitgliederzahlen, während andere Kirchengruppen weniger stark vertreten sind. Ich selbst bin Teil der Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea (ELC-PNG, Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea).  

Die lutherische Kirche in Papua-Neuguinea

An dieser Stelle werde ich einen kurzen Überblick über die Geschichte meiner Kirche geben und darüber sprechen, was ich und andere Jugendlichen für unsere Kirche und unser Land tun. Die ELC-PNG ist eine protestantische Kirchengemeinde in Papua-Neuguinea, die sich zum lutherischen Zweig des christlichen Glaubens bekennt. Die Kirche wurde durch ein Gesetz des Parlaments von Papua-Neuguinea aus dem Jahr 1991 gegründet und hat etwa getaufte 900.000 Mitglieder. .

Mitte der 1880er Jahre hatte die deutsche Kirchenbehörde ein konkretes Programm für die Missionsarbeit in Neuguinea ausgearbeitet und es der Rheinischen Mission unter der Leitung des Lutheraners Friedrich Fabri (1824–1891) übertragen.

Die Deutsche Neuguinea-Kompanie verlässt 1887 Finschhafen wegen Malaria und beschließt, nach Friedrich-Wilhelms-Hafen/Madang zu ziehen. Die lutherische Mission blieb jedoch weiterhin in Finschhafen und weitete ihren Einfluss auf die Küstendörfer aus.

1910–11 wurden zehn lutherische Missionsstationen gegründet, darunter Lae (Ampo), das heute als lutherisches Hauptquartier (ELCPNG) bekannt ist.

Die lutherische Kirche der 1960er Jahre gründet Lutheran Shipping und Namasu.

Wie Kirchliche Gemeinschaft Zukunft schafft

Wie ich bereits in vorherigen Berichten erwähnt habe, ist mein Land reich an natürlichen und mineralischen Ressourcen. Während der Kolonialzeit und auch jetzt erleben wir Veränderungen, die positive und auch negative Auswirkungen auf unsere Lebensgrundlagen und auch auf unsere Umwelt haben. Wir Papua-Neuguineer haben eine tiefere Verbindung zu unserer Umwelt. Wir sind Melanesier, wenn wir einen Baum betrachten, sehen wir Essen, wir sehen Häuser, wir sehen Kleidung, wir sehen Medizin und so viel mehr. Doch momentan scheint unsere Umwelt in Gefahr.

Es gibt viele Bergbauindustriestandorte in unserem Land, welche zum Abbau von Gas, Öl, Nickel und Gold dienen. Diese technische und industrielle Entwicklung ist von der Bevölkerung meines Landes gern gesehen, jedoch ist die Entsorgung des Mülls, welcher durch die Industrie entsteht, schlecht organisiert. Dies hat verheerende Auswirkungen auf unser Land, die wir tagtäglich spüren. So etwa die Zerstörung der Umwelt, die Umsiedlung von Dorfbewohnern, die Zerstörung heiliger Stätten, der Verlust von Leben und Krankheiten und Behinderungen bei Neugeborenen durch die giftigen Abfälle des Bergbaus.  

In meiner Provinz, der Provinz Morobe, haben wir auch einige Bergbauaktivitäten in den Bergen, entlang des Wau-Bulolo Highways. Zwei davon sind die Newcrest Mining Limited und die Harmony Gold Mining Company Limited, die jeweils 50 % des Wafi-Golpu-Projekts über das Wafi-Golpu-Joint Venture besitzen. Das Projekt Wafi-Golpu ist ein fortgeschrittenes Explorationsprojekt in der Provinz Morobe in Papua-Neuguinea, 65 Kilometer südwestlich von Lae City entlang des Wau-Bulolo Highways.

Wie ich bereits sagte, befürworten wir technische Entwicklung, aber wir wollen keine weitere Zerstörung unserer Umwelt. Das Bergbauunternehmen Wafi Golpu möchte seinen Abfall mit der Deep-Sea Tailings Placement (DSTP)-Methode ins Meer kippen. Die Menschen vor Ort und die Kirche wissen, dass dies eine Gefahr für die Küstengemeinden und auch für die Artenvielfalt der Meere sein wird.

Die Jugendlichen in meinen Gemeinden haben ein Projekt namens Luther Haus. Wir benannten es nach dem Lutherhaus hier in Lutherstadt Wittenberg. Die Idee entstand bereits 2017, als die Lutherische Kirche 500 Jahre Reformation unter dem Motto „salvation cannot be bought, creation cannot be bought and people cannot be bought“ feierte. Als Kirche ist sie heute die prophetische Stimme dieser Generation, die sich gegen das ausspricht, was nicht richtig ist. Wir machen Ausstellungen über die lutherische Kirche in Papua-Neuguinea und darüber, was die Kirche außerhalb der Predigtarbeit tut. Dort sehen wir, dass es auch notwendig ist, Bewusstsein zu schaffen und Kampagnen gegen einige Entwicklungen zu führen, die unserer Meinung nach negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft haben werden.  

Von da an haben wir angefangen, Aufklärung, Kampagne und Fürsprache gegen die Idee der DSTP-Methode zu machen. Wir wollen, dass sich eine Alternative findet. Nicht nur die Jugendlichen in der lutherischen Kirche machen mit, sondern auch andere Jugendliche aus anderen Konfessionen. Eine unserer Aktivitäten besteht darin, Müll in und um unsere Stadt zu sammeln und wir fahren auch ins Meer, um den Müll in Tauchgängen einzusammeln. Wir sehen, dass wir als Individuum die Verantwortung für unser eigenes Handeln übernehmen müssen, wenn wir wollen, dass die Unternehmen ihren Abfall sorgfältig entsorgen.

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