Diskurs

Ein Zehntel der Weltsprachen vereint

Berichte aus Papua-Neuguinea

Wie ich in einem vorherigen Artikel bereits berichtet habe, gibt es in Papua-Neuguinea mehr als 850 indigene Sprachen, was es zu einem der sprachlich vielfältigsten Länder der Welt macht. Die am weitesten verbreiteten Sprachen sind Tok Pisin oder Pidgin, Englisch und Hiri Motu.

In Papua-Neuguinea werden diese 850 Sprachen von 11 Millionen Einwohnern gesprochen. Dies bedeutet, dass hier 12 % der Weltsprachen von nur 0,14 % der Weltbevölkerung gesprochen werden, was den Inselstaat zu einer der sprachlich komplexesten Regionen der Erde macht.

Die sprachliche Vielfalt in Papua-Neuguinea ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen. Darunter die Gebirgsgeografie, die viele Sprachgemeinschaften voneinander isoliert hat. Ebenso auch die lange Geschichte der menschlichen Besiedlung auf der Insel, die es den Sprachen ermöglicht hat, sich über Tausende von Jahren zu entwickeln und zu diversifizieren. Und schlussendlich noch die relativ kleine Bevölkerung, die zur Folge hat, dass viele Sprachen von einer relativ kleinen Anzahl von Menschen gesprochen werden.

Bild von Xavier Turpain auf Pixabay.com

Gemeinsamkeiten der Sprachvielfalt

Tonale Sprache: Über 70 % der Sprachen von Papua-Neuguinea sind tonale Sprachen, was bedeutet, dass sich die Bedeutung eines Wortes je nach dem Tonfall, in dem es ausgesprochen wird, ändern kann.

Polsynthetik: Viele der Sprachen sind zudem polysynthetisch, was bedeutet, dass sie mehrere Morpheme zu einem einzigen Wort kombinieren können. Zum Beispiel setzt sich das Tok-Pisin-Wort für „Hausmann“ (Hausmann) aus den Morphemen „hous“ (Haus) und „man“ (Mann) zusammen.

Solide Inventare: Die Sprachen auf der Insel haben eine ebenfalls eine breite Palette von Lautinventaren, einschließlich einiger Laute, die in anderen Sprachen nicht zu finden sind. Diese haben einen uvularen Stoppkonsonanten, der durch Berühren des hinteren Teils der Zunge mit dem hinteren Teil des Rachens gebildet wird.

Verlust indigener Sprachen

Die am weitesten verbreiteten Sprachen in Papua-Neuguinea sind Tok Pisin (eine Kreolsprache mit Englisch als Basis), Englisch und Hiri Motu (eine papuanische Sprache). Diese Sprachen werden als offizielle Sprache in der Regierung, im Bildungswesen und in den Medien verwendet. Die Mehrheit der Bevölkerung spricht jedoch mehr als eine oder mehrere Sprachen als Muttersprache.

Viele der indigenen Sprachen in Papua-Neuguinea sind aufgrund von Faktoren wie Urbanisierung, Globalisierung, Kolonialisierung und der Verlagerung hin zu Englisch als Bildungssprache gefährdet. Es gibt jedoch eine wachsende Bewegung, die sich für die Förderung und den Erhalt der sprachlichen Vielfalt des Landes einsetzt. Die Regierung von Papua-Neuguinea hat eine nationale Sprachenpolitik eingeführt, die darauf abzielt, den Gebrauch indigener Sprachen im Bildungswesen und in anderen öffentlichen Bereichen zu fördern. Es gibt auch eine Reihe von gemeinschaftsbasierten Initiativen, die daran arbeiten, indigene Sprachen zu dokumentieren und wiederzubeleben.

Die sprachliche Vielfalt in Papua-Neuguinea ist ein wertvolles Kulturgut. Es ist ein Zeugnis der reichen Geschichte und Kultur des Landes. Es ist wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt, da viele indigene Sprachen traditionelles Wissen über die lokale Umwelt und ihre Ressourcen enthalten.

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