Philosophie

Hoffnung – zwischen Fluch und Tugend

Die Geschichte der Begriffe
Als pragmatischer Optimismus mit therapeutischer Wirkung – so begegnet uns Hoffnung heute allzu oft in Kalendersprüchen oder Wellness-Ratgebern zur Selbstoptimierung. Hoffnung ist ein Alltagswort. Dabei gerät die politische, philosophische und anthropologische Dimension leicht aus dem Blick. Ebenso geht die Ambivalenz verloren, die mit dem Begriff verbunden ist. Wie spannungsvoll Hoffnung ist, zeigt ein Gang durch die Begriffs-Geschichte.  Stand sie in…

Philosophie in der Akademie

Lektüre-Wochenenden
Wir leben in einer Diskontinuität der Begriffe, aber in einer Kontinuität der Ideen. Begriffe klären und Ideen zurückverfolgen – dazu braucht es das gemeinsame Verstehen. Und die Kenntnis der Texte, in deren Tradition unsere Weltverhältnisse stehen. Aufklärung kann nur der gemeinsame Ausgang aus der auch nicht nur selbstverschuldeten Unmündigkeit sein. Darum lade ich Sie ein zu gemeinsamer Lektüre von Texten,…

Schuld – und wie sie moralisch wurde

Die Geschichte der Begriffe
Schulden machen abhängig. Das gilt für Einzelne wie für Staaten. Wer Schulden nicht begleichen kann, bleibt dauerhaft in dieser Abhängigkeit und wird nur wenige Möglichkeiten zu einem selbstbestimmten Leben haben. Auch das gilt nicht nur für Einzelne, sondern auch für Staaten oder sogar Kontinente. Bei Schulden geht es also immer auch um Fragen von Macht und Ohnmacht. Was aber, wenn…

Demokratie? – Eine Debatte II.

Alain Badiou - Das demokratische Wahrzeichen
Einer Umfrage des NABU zufolge berücksichtigt ein Großteil der älteren Generationen die Interessen der Jugend an einem wirksamen Schutz vor dem Klimawandel nicht bei der Wahlentscheidung (https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/nabu-ist-erschreckt-für-ältere-spielt-klimaschutz-beim-wahlverhalten-geringe-rolle/ar-AAO1kw0).  Badious Überlegungen zur Demokratie in extrem verknappter Form: »Die zerstörerische Kraft des demokratischen Wahrzeichens konzentriert sich in dem von ihm geprägten Subjekt-Typus, dessen wesentliche Eigenschaft – um es mit einem Wort zu sagen…

Muttersprache – eine Vorausschau

Ausstellung mit Bildern von Claudia Hauptmann
Das Bild ist ein Ausschnitt eines Andachtsbildes. In unseren sortierten Leben ist kein Platz für Pandemien – bis sich das Nichtvorgesehene ins Leben bringt. Wir machen die Erfahrung, wie fragil unser Gefüge ist. Diese Erfahrung ist weder neu noch ungewöhnlich. Für die meisten Menschen in der Geschichte und in den meisten Weltgegenden bis heute ist sie vertraut. Nur für uns…

Demokratie? – Eine Debatte

Giorgio Agamben - Einleitende Bemerkung zum Begriff der Demokratie
“Jeder Diskurs über den Begriff der ‘Demokratie‘ wird heute durch die ihm eingeschriebene Mehrdeutigkeit verfälscht, die jeden, der dieses Wort gebraucht, dazu verdammt, mißverstanden zu werden. Wovon spricht mal, wenn man von Demokratie spricht? Welcher Logik gehorcht dieser Begriff überhaupt?“ Mit dieser Feststellung und Frage beginnt nicht nur Agamben seinen Beitrag – damit werden auch die Debatten eingeleitet, zu denen…

Gegenwartslyrik III

Die Sprache meiner Freunde I
Ich brauche neue Freundedie heimelig neben mir sitzenim 4-Augen-Gesprächmit übergeschlagenen Beinen und aufliegenden Armenauf dem Canapé ich brauche kein Bildich brauchenurdieses Licht der Zukunftin diesem neuen Raummit meinen Freunden von morgen ich brauche eure Wortekeinen Alkoholabereine neue Sprachedie ich verstehen muss so dass ich mehr wissen kanndie Sprache meiner Freundedie der Nahrung und der Langeweile. Marie Rotkopf Mit freundlicher Genehmigung…

Demokratie?

Eine Debatte
 – edition suhrkamp (ISBN 978 – 3 – 518 – 12611 – 0) In wenigen Tagen sind wieder etwa 60 Millionen Bürger*innen in Deutschland aufgerufen, bei der Bundestagswahl von ihrem demokratischen Grundrecht Gebrauch zu machen und bei der Wahl ihre Stimme abzugeben. Den meisten zu Wahl Aufgerufenen dürfte klar sein, dass wir als Gesellschaft wie als globale Gemeinschaft vor sehr…
Ab dem 12. August erscheinen im Rahmen der Demokratiewochen einige Beiträge zur realexistierenden Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei wird es um Begriffsklärungen gehen und vor allem um Repräsentanz- und Legitimationsfragen. Der erste Beitrag wird vor allem reflektieren, inwieweit Menschen, die von Entscheidungen betroffen sind, auch in der Entscheidungsfindung repräsentiert sein müssen – im konkreten Fall die Menschen, die in…

Essay zu Kapitel 1 der Kategorien des Aristoteles

Diskurstheoretische Überlegungen zu Aristoteles im Blick auf eine angemessene Diskurspraxis
Einleitung In den als Organon bezeichneten Schriften liegen uns die diskurstheoretischen Schriften des Aristoteles vor. In ihnen werden Regeln für eine angemessene Diskurspraxis formuliert, die in der gesellschaftlichen Situation von besonderer Bedeutung waren, da durch Manipulation und Populismus gesellschaftliche Verhältnisse verändert werden sollten – aufgrund scheinlogischer Begründungen.In diese Auseinandersetzungen der Akademie Platons mit den Sophisten wie der konservativen Gesellschaft war…
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