Veranstaltung
19.00 – 20.30 Uhr
Ev. Akademie Sachsen-Anhalt
Im Sehnsuchtsbereich
Theologische Erkundungen in der Gegenwartsliteratur
Wer liest, erhält die Möglichkeit, die umgebende Welt für eine Weile hinter sich zu lassen und in einen eigenen Sehnsuchtsbereich einzutreten. Dort finden Lebensregungen einen Ort, für die es sonst kaum Sprache gibt. Genau darin liegt das Besondere der Literatur: Sie verleiht Erfahrungen und Sehnsüchten Ausdruck, die ins Unsagbare reichen – in jene Dimension, die einst mit Gott oder dem Göttlichen verbunden war.
Zwar ist diese Zuordnung heute nicht mehr selbstverständlich, doch das Bedürfnis, vom unbedingt Bedeutsamen zu sprechen, bleibt bestehen. Literatur übernimmt so religiöse Funktionen und belebt Motive der christlichen Tradition neu.
Karl Tetzlaff unternimmt in seinem neuen Buch „Im Sehnsuchtsbereich“ (Herder-Verlag 2026) exemplarische Erkundungen der Gegenwartsliteratur. Dabei er untersucht Texte bekannter Autoren wie Annie Ernaux, Jon Fosse, Wilhelm Genazino, Wolfgang Herrndorf, Nora Bossong, Lutz Seiler oder Benjamin von Stuckrad-Barre, aber auch Liedtexte von Herbert Grönemeyer. Sein Buch zeigt, dass Literatur auch heute ein Resonanzraum für religiöse Bedürfnisse ist – in tastenden Annäherungen, poetischen Brüchen und kritischen Rückfragen an Tradition und Gegenwart.
Paul F. Martin wird mit ihm über seine Erkundungen sprechen. Dietrich Sagert wird einige der Texte lesen. Sie sind eingeladen, am Gespräch teilzunehmen. Und können im Anschluss an den Abend das Buch erwerben.
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- Freie Plätze vorhanden
Zur Aktivität: Wörterfluss – Lesungen
