Wir erleben gesellschaftlich nicht nur ein Erstarken totalitär-rechter Ideologien, sondern auch eine Diskurskultur, in der scheinbare Gewissheiten nicht mehr tragen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden infrage gestellt. Historische Ereignisse geleugnet oder uminterpretiert. Rationalität kommt angesichts der Wiederkehr geschlossener Weltbilder scheinbar an ihre Grenzen. Wie aber umgehen damit, dass Menschen aus irrationalen Überzeugungen irrationale Entscheidungen von großer und potenziell demokratiegefährdender Reichweite treffen? Was wäre eine sinnvolle Reaktion auf das mit dem Etikett postfaktisch versehene Leugnen von Fakten? Ein Ansatz soll in der Ringvorlesung versucht werden als eine Kritik reiner Vernünftigkeit. Dabei unterstellen wir, dass irrationale Handlungen Rationalitäten folgen, die auf einer bestimmten Rationalitätsebene nicht in den Blick kommen und auch nicht diskutiert und entkräftet werden können, weil sie auf etwas anderes verweisen. Dieses andere soll in den Blick genommen werden – vor allem in der sozialen Dimension, damit die Gesellschaft nicht auseinanderbricht.
Dabei wird die Rolle der Politiker*innen und der Medien diskutiert und paradigmatisch am Problem der gesellschaftlichen Ungleichheit verdeutlicht, was eine Gesellschaft befrieden kann und was die inneren Spannungen verschärft.
Die Veranstaltungen finden im Roncalli-Haus statt.
In Kooperation mit der Katholische Akademie des Bistums Magdeburg und der Friedrich-Ebert-Stiftung.



