Diskurs

Gegenwartslyrik I

das ende der zukunft


in würde solle ich tragen
so sagen sie und meinen
mich wehrlos machen
und dulden ohne scham
was sie mir anmaßen

doch meine nacktheit
trage ich verachte ihre kleider 
ist ihre würde meine scham 
und zeichen ihrer tyrannei
die ich nunmehr nicht dulde

orte voller grauen die sie
beschreiben sind mein ziel
da mich die mauern die
sie bauten ersticken wie 
der schutz den sie mir bieten

mit bloßen füßen und ohne
den trugschein ihrer welt bin 
ich nur freundin all der dinge
die unberührt geblieben sind
und ohne jeden wert

schenk ich dem morgen mich
ihm einen boden einzuwurzeln
tausche hoffnung in verlangen
bin spott euch und gelächter
und splitter unter eurer haut

und doch  der grund für alles 
neue und endet hier die zukunft  
                           der geschichte

Ein Gedicht von Charlotte van der Mele aus dem Buch ich rede nicht von auferstehung
– mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

Paul F. Martin

Studienleitung Theologie/ Gesellschaft/ Kultur
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