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Digital im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit

Noch immer ist die Konfi-Arbeit analog erstmal auf Eis gelegt, doch digitale Ideen blühen an allen Ecken und Kanten auf – so denn der digitale Raum über solche verfügt. In einem meiner letzten Beiträge habe ich über einige Tools des Globalen Lernens für die Konfi-Arbeit online berichtet. Heute möchte ich ein Projekt von Missio for Life näher vorstellen: das Handy-Spiel „Renu und die Sari Revolution“. Zufällig bin ich darauf bei der Suche nach Konfi-Bausteinen zu Gerechtigkeit gestoßen. Die Spielenden begleiten Renu, eine indische Frau, die sich für Geschlechtergerechtigkeit stark macht. Trotz der schwer verdaulichen Thematik baut das Spiel schnell eine Spannung auf und hat mit seinen kniffligen Rätseln durchaus Spaßpotential.

  • Herausgeber*in: Missio for Life
  • Thema des GL: Geschlechtergerechtigkeit, Engagement
  • Thema der KA: Nächstenliebe, Solidarität
  • Einheiten: Das Spielen dauert ca 2-3 Stunden
  • Quelle: Link

Das Handy-Spiel

Das Spiel lässt sich unkompliziert als App auf dem Mobilgerät installieren. Es kann von einer einzelnen Person in (meinem Fall in) 2-3 Stunden durchgespielt werden. Dabei ist das Design und die Geschichte sehr detailreich ausgearbeitet. Die Spielenden begleiten die Inderin Renu in einen abenteuerlichen Fall und können die Story durch die Dialoge beeinflussen. Am Anfang sind die Szenen noch eher Text-lastig, doch schnell baut sich eine Spannung auf. Die Spielenden sammeln Utensilien und versuchen nach und nach alles zusammenzufügen. Bemerkenswert ist dabei, dass das Spiel mit echten Webseiten interagiert. So sollten die Spielenden Zugriff auf eine E-Mail-Adresse haben, die sie bereit sind, anzugeben. Das zum Spiel gehörende Facebook-Profil eines Spielcharakters ist jedoch leider nicht mehr aufrufbar. In diesem Fall, sollte in die Lösung geschaut werden, um weiterzukommen. Ich muss zugeben, dass ich beim Spielen noch einige Male mehr einen Blick hinein geworfen habe.

Die Story

Renu hat eine bewegte Vergangenheit. Selbst Opfer von Gewalt, entscheidet sie sich zu Beginn des Spiels dafür, sich für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen. Sie fängt mit einer harmlosen Recherche an, doch bald schon wird sie mit einem brutalen Verbrechen konfrontiert und gerät selbst ins Visier der Täter.

In der Story lernt Remu viel über die Situation von Frauen in Indien. Sie wird mit erschreckenden Fakten zu Vergewaltigungen und Morden konfrontiert, und muss sich mit einem korrupten Polizisten herumschlagen. Gleichzeitig trifft sie aber auch engagierte Mitstreiterinnen und schließt sich einer Empowerment Begegnung an. So lernt sie nach und nach sich zu wehren und andere Frauen zu unterstützen.

Das Spiel weicht dabei keiner grausamen Realität aus. Ich selbst wurde in einer Szene ca zehn Mal vergewaltigt – und wieder zum Ausgangspunkt zurückgesetzt – eh ich endlich die Lösung zum weiteren Spielverlauf gefunden hatte. Die Gewalt-Verbrechen werden dabei in den Animationen nur angedeutet. Die Thematik des Spiels sollte dennoch in jedem Fall im Vorfeld mit den Jugendlichen besprochen und im Nachhinein in der Konfi-Arbeit bei einem Treffen oder in einer digitalen Video-Konferenz aufgegriffen und bearbeitet werden.

Didaktische Aufbereitung für die Konfi-Arbeit

Auf der Seite von Missio for Life finden sich passend zum Spiel zahlreiche Unterrichtsmaterialien zu Geschlechtergerechtigkeit für unterschiedliche Jahrgänge. Neben Renu können sich die Jugendlichen auch mit den Schicksalen anderer Menschen auseinandersetzen, die basierend auf echten Geschichten von Partnerorganisationen des Hilfswerkes erzählt werden. Da sich die Problematisierung im Spiel ausschließlich auf einen indischen Kontext bezieht, sollte die Nachbereitung im Besonderen auch das direkte Umfeld der Konfis aufgreifen. Kennen sie vielleicht auch öffentliche Orte, an denen bestimmte Menschen mit Gewaltverbrechen rechnen müssen? Falls ja, wer und warum? Sind Frauen und Männer in Deutschland gleichermaßen von Gewalt betroffen? Wie können sich Opfer von sexualisierter Gewalt wehren? In Indien gibt es Empowerment-Bewegungen und Institutionen, an die sich Frauen wenden können. Gibt es die in Deutschland auch? Wie können sich Menschen in Deutschland, am Beispiel von Renu, für Geschlechtergerechtigkeit stark machen?

Weitere Beiträge zu Globalem Lernen in der Konfi-Arbeit und Anregungen zur Nutzung digitaler Medien gibt es im Blog der Projektstelle "Konfis und die Eine Welt".

 

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