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BRIEFE 4/2013

„Es geht nur ums gute Essen, nicht um Gefühle!“ meinte meine Tochter, die derzeit einen Freiwilligendienst in Indien leistet, enttäuscht. Sie war letztens zu einer Hochzeit eingeladen; das Fest hatte wohl nichts mit den Bildern aus Bollywood-Filmen gemein.

Dass in den sogenannten Schwellenländern das „gute Essen“ mit wachsendem Wohlstand einen hohen Status hat und anzeigt, bestätigen auch der Vortrag von Sujit Chodhury bei einer Akademietagung im Oktober zum Thema „Welternährung“ (siehe Themenseiten) und andere aktuelle Studien. Die Fachzeitschrift Economics and human biology veröffentlichte kürzlich Ergebnisse einer Studie von Cornelia Römling und Matim Qaim vom Göttinger Lehrstuhl für Welternährungswirtschaft. Die Wissenschaftler zeigten in einer repräsentativen Untersuchung, dass in Indonesien etwa 12 % der Bevölkerung untergewichtig, gleichzeitig aber 40 % übergewichtig sind. In armen Bevölkerungsschichten kann es vorkommen, dass beide Formen der Fehlernährung innerhalb einer Familie auftreten. Mit dem Einkommen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass alle Familienmitglieder übergewichtig sind. Die Wissenschaftler zeigten auch, dass das Problem bei Frauen stärker ausgeprägt ist. (Quelle: agrar aktuell, 11/2013 – Herzlichen Dank an Prof. Dr. Wilhelm Römer!)

Dass das „gute Essen“ auch hierzulande nach wie vor eine große Rolle spielt, ist so kurz vor Weihnachten unübersehbar. Süßes und Deftiges, Stollen, „Grünkohl mit Pinkel“, Lebkuchen, Gänsebraten ... Was wäre Advent und Weihnachten schon ohne all dies?

Wenn jedoch das ganze Jahr über Weihnachten zu sein scheint, beim Essen wie beim Konsum, dann läuft etwas sehr falsch. Dieser einfachen Diagnose stimmen alle Beiträge in dieser BRIEFE-Ausgabe zum Themenfeld zu. Jedoch wechseln die Ausgangs-Foci; und damit die „Therapieansätze“.

Neben dem Schwerpunktthema Ernährung nehmen auch wir aus gegebenem Anlass den Begriff „Nachhaltigkeit“ erneut auf, mit einem schönen Text unseres Mitherausgebers Dr. Hans-Joachim Döring.

Besonders hinweisen möchte ich auf die Termine 2014 am Ende des Heftes. Wir würden uns freuen, Sie hier oder da persönlich zu treffen. Machen Sie sich doch einfach schon mal ein paar Notizen in ihrem neuen Kalender!

Ich wünsche Ihnen viel Freude und neue Erkenntnisse beim Lesen; eine gesegnete Adventszeit, entspannte Weihnachtstage und einen gelingenden Start in das Jahr 2014!

Ihre Siegrun Höhne
 

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Schlagworte:  BRIEFE, Nachhaltigkeit und Ernährung