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Projekt

Grenzgänge: Theologie / Biologie

Projektlaufzeit: 01.09.2013 bis 31.08.2015

Mit dem Projekt “Grenzgänge zwischen Theologie und Biologie/Neurowissenschaften“ beteiligt sich die Studienstelle für Naturwissenschaft und Ethik der Ev. Akademie in Wittenberg an aktuellen Debatten zwischen Lebenswissenschaften, Ethik und theologischer Anthropologie.

 

Neben einer Studie zur Theorie "organisierter Wesen" in Immanuel Kants „Kritik der Urteilskraft“ (Promotionsvorhaben Anne-Maren Richter, Dipl.-Theol.) finden verschiedene Tagungen und Kolloquien statt.

Zu den folgenden Veranstaltungen herzliche Einladung!

Kontakt:

Dipl.-Theol. Anne-Maren Richter

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TAGUNG

 

"Neurodiversität" und Normalität

Konzepte zur Beschreibung menschlichen Erlebens und Verhaltens. Eine kritische Analyse im Kontext der Diagnostik von Autismus, Aphasien, ..., Parkinson, Tourette

17.-19. April 2015 / Fr-So, Lutherstadt Wittenberg, Leucorea

Anne-Maren Richter und Dr. Susanne Faby mit Prof. Dr. Georg Theunissen, Geistigbehindertenpädagogik und Autismuspädagogik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Der Begriff der „Neurodiversität“ (ursprünglich aus der Debatte über Autismusdiagnosen stammend) wurde in verschiedenen öffentlichen und medizinischen Debatten zu einer Frage nach dem theoretischen Stellenwert sehr unterschiedlicher neurologischer bzw. psychiatrischer Diagnosen ausgeweitet und wird kontrovers diskutiert; das Themenfeld reicht inzwischen vom Tourette-Syndrom über Formen der Schizophrenie bis hin zu primär neurologischen Ausfallerscheinungen wie Parkinson oder Aphasien. Medizinische, sozialwissenschaftliche und philosophisch-ethische Fragen lassen sich im Stichwort "Neurodiversität" bündeln: Wie sehen Alternativen rein defizitorientierter Deutungen und Interventionen aus? Was bedeutet die Annahme einer "Diversität" von Gehirnfunktionsfähigkeiten im Gegenüber zur Konstruktion einer "normalen" und "gesunden" Gehirnfunktion?

Als  Referenten nehmen teil: Prof. Dr. Georg Theunissen (Geistigbehindertenpädagogik und Autismus, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Dr. Ludger Tebartz van Elst (Psychiatrie und Psychotherapie, Leiter der Sektion für Experimentelle Neuropsychiatrie am Uniklinikum Freiburg), Prof. Dr. Dipl.-Psych.Thomas Bock (Leiter der sozialpsychiatrischen Ambulanz und Professor für klinische und Sozial-Psychiatrie am Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf), Prof. em. Dr. Wolfgang Jantzen (Behindertenpädagogik, Universität Bremen), Prof. Dr. Rochus Leonhardt (Systematische Theologie, Universität Leipzig), Prof. Dr. Saskia Nagel (Neurowissenschaften und Neuroethik, Philosophische Fakultät, Universität Twente, Enschede, Niederlande) sowie weitere Personen aus verschiedenen Organisationen der Selbstvertretungen.

Parallel zur Tagung konnten international bekannte Künstlerinnen für das Tagungsthema gewonnen werden: Die Leipziger Inklusions-Künstlerin Gee Vero für eine begleitende Ausstellung ihrer Arbeiten aus "The Art of Inclusion".

Link zur Veranstaltungsseite: http://ev-akademie-wittenberg.de/veranstaltung/neurodiversitaet-und-norm...

  Link zum Kooperationspartner Prof. Dr. Georg Theunissen: http://www.reha.uni-halle.de/arbeitsbereiche/geistigbehindertenpaedagogik

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AUSSTELLUNG

Bareface: Kunst der Inklusion
Bilder der Leipziger Künstlerin Gee Vero

Die Ausstellung ist vom 13.4. bis 18.5.2015 in der Akademie zu sehen. Am 17.4. findet um 20 Uhr eine Führung mit der Künstlerin statt.

Anne-Maren Richter und Dr. Susanne Faby

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Ein halbes Gesicht, auf Papier gezeichnet. Daneben Leere. Sie ist zu füllen, mit Fantasie und Stift, bis zwei Hälften zu einem Ganzen werden. Dieser Aufgabe stellten sich Prominente wie Angela Merkel und Musiker Udo Lindenberg, aber auch andere Künstlerkolleginnen und Studenten. Die Ergebnisse werden aus-gestellt, in Deutschland, in den USA, bald in Wittenberg. Sie werben dafür, das Abweichende nicht abzuweisen, son-dern mit Neugier wahrzunehmen – oder gar als größere Vollkommenheit zu entdecken.

Link zur Künstlerin Gee Vero: http://www.bareface.jimdo.com

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KOLLOQUIUM

(als Fortsetzungsveranstaltung offen für neue Teilnehmerinnen)

Metamorphosen im protestantischen Menschenbild.

Kategirien und Metaphern des Organischen und Leiblichen in theologischer Ethik und Dogmatik

ACHTUNG: Terminänderung; der neue Termin wird in Kürze bekanntgegeben. Ort: Halle Saale, Franckesche Stiftungen

Anne-Maren Richter mit NN

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„Leib“ und „Organismus“ begegnen in christlichen Texten und Symbolhandlungen als sprachliche Bilder. Zu Weihnachten wird die „Inkarnation“, die „Einfleischung“, des Gottessohnes in einen menschlichen Leib gefeiert. „Leib“ und „Blut“ werden symbolisch im Abendmahl gereicht. Parallel zu solchen Metaphern der Dogmatik gebrauchen theologische Ethiker ganz präzise begriffliche Konzepte für den menschlichen Organismus, etwa dann, wenn sie in medizinisch-ethischen Entscheidungsprozessen über „Anfang“ oder „Ende“ „des Lebens“ diskutieren. Wir suchen Begriffe des Lebendigen in Texten protestantischer Ethik und Dogmatik um mit beiden Disziplinen Ansätze zu einer Anthropologie zu finden, die Aspekte der menschlichen Leiblichkeit stärker thematisiert.

Link zur Veranstaltungseite: http://ev-akademie-wittenberg.de/veranstaltung/metamorphosen-im-protesta...

 

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RÜCKBLICK AUF  VERGANGENE VERANSTALTUNGEN

 

KOLLOQUIUM

Metamorphosen im Menschenbild

Biologinnen und Theologen über Grundbegriffe des Menschseins

10.-12. Oktober 2014/ Fr-So, Lutherstadt Wittenberg, Ev. Akademie

Anne-Maren Richter und Dr. Susanne Faby

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Biologische Kategorien und ihre Anwendung bestimmen grundlegend die Sicht auf das Lebewesen „Mensch“. In der Anthropologie des Protestantismus wurden häufig die Folgen biophysischer Beschreibungen des Menschen für Selbstdeutungs- und Sinnfragen ausgeblendet. Gleichzeitig bedient sich die Biologie vieler Begriffe, ohne deren anthropologische Konsequenzen oder ihre philosophisch-theologische Bedeutung immer mit zu bedenken. Die Brisanz beider blinder Flecke wird deutlich, wo es um die gemeinsame Klärung von Voraussetzungen ethischer Entscheidungen geht.

Themen und Referenten sind u.a.: Leben und menschliches Leben. Vom Tier zum Menschen und wieder zurück (Prof. Dr. Dr. Matthias Gutmann); Organisches Gleichgewicht? Über „Homöostase“ (Hans Zillmann, M.A.); Funktionale Erklärungen in der Biologie und normative Voraussetzungen (Prof. Dr. Peter Mc Laughlin); Von den Fehlfunktionen des Organismus. Zum Krankheitsdiskurs (Dr. Thorsten Moos); „Verantwortliche Organismen“. Handlungstheoretische Anthropologie (Dr. Christian Polke); Biologische Semantik in Ehe- und Familienkonzepten (OKR Dr. Georg Raatz).

Link zur Veranstaltungseite: http://ev-akademie-wittenberg.de/veranstaltung/metamorphosen-im-menschen...

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ABENDVERANSTALTUNG

"Organische Universen" 

Darstellungen des Organischen in der gegenwärtigen Bildhauerei

22. November 2014/ Sa, Halle Saale, Franckesche Stiftungen

Anne-Maren Richter und PD Dr. Alf Christophersen

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Wie wird ein Gedanke der Mathematik – die Unendlichkeit des Möbiusbandes – plastisch (an)fassbar, wie wird er lebendig geformt? Wie kommt Ton scheinbar aus sich selbst zum Leben und Sterben und wie eine Form dazu, aus sich heraus in sich hinein zu wachsen? Bio-Philosophie, Mathematik und ästhetische Theorie bilden hier für einen Nachmittag eine Umwelt für die irritierenden Keramik-Organismen der jungen Schweizer Bildhauerin Selina Baumann (Studium der Bildhauerei an der HfBK Hamburg; Galerie "Katz Contemporary", Zürich).

Link zur Veranstaltungsseite: http://ev-akademie-wittenberg.de/veranstaltung/organische-universen

Link zur Künstlerin Selina Baumann: http://www.selinabaumann.com

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PROMOTIONSVORHABEN ANNE-MAREN RICHTER

Bei Prof. Dr. Dirk Evers, Systematische Theologie, MLU Halle/ Wittenberg)

 

Zwischen Theorie der Biologie und theologischer Anthropologie

Studien zu einer 'negativen Anthropologie' unter Rückgriff auf Immanuel Kants "Kritik der teleologischen Urteilskraft"

(Arbeitstitel)

 

In dieser Studie werden Vorschläge für eine "den Menschen" indirekt bestimmende, oder negative, Anthropologie erarbeitet. Dafür wird mit Immanuel Kants Theorie "organisierter Wesen" und Kant folgenden Interpretationen eine klassische Textgrundlage, eine Keimzelle der modernen Biologietheorie, genutzt. Übergänge zwischen Naturtheorie (wechselseitige innere Zweckmäßigkeit), Ethik (Selbstzwecksetzungsstruktur) und Theologie (Symbol eines "Endzwecks der Schöpfung") in Kants „Kritik der Urteilskraft“ werden auf ihre anthropologischen Implikationen hin durchsucht. Kann das anthropologische Rahmenkonzept eines sich selbst Zwecke gebenden, und damit seine Funktion selbst bestimmende Lebewesen „Mensch“ als letzter Maßstab von Funktionsfähigkeit auch in humanmedizinischen Kontexten gelten?

 

Eine Zusammenfassung (Stand: Juli 2013) finden Sie auch hier:

Kurzbeschreibung des Promotionsprojektes (pdf)

Kontakt:

Dipl.-Theol. Anne-Maren Richter

 

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EXTERNER HINWEIS AUF EINE VERÖFFENTLICHUNG

 

"Technik und Lebenswirklichkeit. Philosophische und theologische Deutungen der Technik im Zeitalter der Moderne"

Anne-Maren Richter , Christian Schwarke (Hrsg.)

Stuttgart 2014

Kohlhammer

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Sammelband im Sonderforschungsprojekt "Technik und Transzendenz" (Projektleitung Prof. Dr. Christian Schwarke) im Sonderforschungsbereich 804 "Transzendenz und Gemeinsinn" (DFG) der Technischen Universität Dresden

Link zur Verlagsseite: http://www.kohlhammer.de/wms/instances/KOB/appDE/Theologie/Systematische-Theologie-Dogmatik-Theol-Ethik-Oekum-Theologie/Technik-und-Lebenswirklichkeit

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Kontakt:

Dipl.-Theol. Anne-Maren Richter